OBERNBREIT

Glückwunsch zum 85. Geburtstag, Thomas Löther!

Dem Alter ist Thomas Löther buchstäblich davon geturnt. Noch 1993 stand er im Wettkampf, 2017 feierte er seinen 85. Geburtstag.
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Glückwunsch zum 85. Geburtstag, Thomas Löther!
Thomas Löther aus Obernbreit hat am 3. August seinen 85. Geburtstag gefeiert. 1932 kam er in Marktbreit zur Welt. Dem Alter ist der gelernte Fleischermeister buchstäblich davon geturnt. Er erinnert sich noch genau an seinen letzten Wettkampf im Jahr 1993. Stolz hält er ein Erinnerungsfoto davon in den Händen: Mit 61 Jahren stand er noch kopfüber und kerzengerade auf dem Barren. „In dem Moment denkt man an nichts, da konzentriert man sich nur auf seine Muskelkraft“, sagt der frühere Abteilungsleiter für Turnen des Obernbreiter Turn- und Sportverein (TSV). 36 Mal hat er das deutsche Sportabzeichen geholt. Dem TSV blieb er sein Leben lang treu. Heute turnt er zwar nicht mehr, dafür fährt er Rad. Seine große Leidenschaft für den Sport vererbte er seiner Tochter und seinen Enkeltöchtern. Seine Enkelin Miriam Hofmann (28 Jahre) reitet in einem Verein, Isabel Hofmann (29 Jahre) ist Kunstturnerin neben ihrem Beruf. Obwohl es die beiden nach München und Bremen verschlagen hat, steht er in engem Kontakt zu ihnen. Per Videochat und über sein Smartphone sieht, spricht und liest er sie fast täglich. Seine Eltern waren Babette und Christian Löther. Nachdem sein Vater und älterer Bruder in den Krieg ziehen mussten, wurde er bereits mit zwölf Jahren zum Familienoberhaupt und führte gemeinsam mit seiner Mutter die Landwirtschaft. Mit 13 Jahren fing er eine Lehre zum Fleischer in Kitzingen an. Nach zwei Jahren zog er in den Raum Frankfurt, wo er 1957 seine Meisterprüfung ablegte. 1958 heiratete er Karin, eine geborene Schuler. Die beiden bekamen zwei Kinder und bauten sich in Obernbreit ihr Geschäft und ein gemeinsames Leben auf. Seit 1964 bildete er 18 Lehrlinge aus. 1993 übergab er den Betrieb an seine Tochter Elisabeth Hofmann, die ihn bis 2010 führte. Heute gibt es im Obernbreiter Ortskern keine Metzgerei mehr. Seit 2002 ist der Obernbreiter Ehrenmitglied der Fleischerinnung. Zu seiner Zeit habe es im Landkreis Kitzingen über 40 Innungsmitglieder gegeben, heute nur noch elf. Diese Entwicklung bedauert er sehr: „Wie die Turner, sterben heute auch die Metzger nach und nach aus.“ TEXT/Foto: JAS

Thomas Löther aus Obernbreit hat am 3. August seinen 85. Geburtstag gefeiert. 1932 kam er in Marktbreit zur Welt. Dem Alter ist der gelernte Fleischermeister buchstäblich davon geturnt. Er erinnert sich noch genau an seinen letzten Wettkampf im Jahr 1993.

Stolz hält er ein Erinnerungsfoto davon in den Händen: Mit 61 Jahren stand er noch kopfüber und kerzengerade auf dem Barren. „In dem Moment denkt man an nichts, da konzentriert man sich nur auf seine Muskelkraft“, sagt der frühere Abteilungsleiter für Turnen des Obernbreiter Turn- und Sportverein (TSV).

36 Mal hat er das deutsche Sportabzeichen geholt. Dem TSV blieb er sein Leben lang treu.Heute turnt er zwar nicht mehr, dafür fährt er Rad. Seine große Leidenschaft für den Sport vererbte er seiner Tochter und seinen Enkeltöchtern. Seine Enkelin Miriam Hofmann (28 Jahre) reitet in einem Verein, Isabel Hofmann (29 Jahre) ist Kunstturnerin neben ihrem Beruf. Obwohl es die beiden nach München und Bremen verschlagen hat, steht er in engem Kontakt zu ihnen. Per Videochat und über sein Smartphone sieht, spricht und liest er sie fast täglich.

Mit 12 Familienoberhaupt, mit 13 Lehrling

Seine Eltern waren Babette und Christian Löther. Nachdem sein Vater und älterer Bruder in den Krieg ziehen mussten, wurde er bereits mit zwölf Jahren zum Familienoberhaupt und führte gemeinsam mit seiner Mutter die Landwirtschaft. Mit 13 Jahren fing er eine Lehre zum Fleischer in Kitzingen an. Nach zwei Jahren zog er in den Raum Frankfurt, wo er 1957 seine Meisterprüfung ablegte.

1958 heiratete er Karin, eine geborene Schuler. Die beiden bekamen zwei Kinder und bauten sich in Obernbreit ihr Geschäft und ein gemeinsames Leben auf. Seit 1964 bildete er 18 Lehrlinge aus. 1993 übergab er den Betrieb an seine Tochter Elisabeth Hofmann, die ihn bis 2010 führte.

Metzger sterben nach und nach aus

Heute gibt es im Obernbreiter Ortskern keine Metzgerei mehr. Seit 2002 ist der Obernbreiter Ehrenmitglied der Fleischerinnung. Zu seiner Zeit habe es im Landkreis Kitzingen über 40 Innungsmitglieder gegeben, heute nur noch elf. Diese Entwicklung bedauert er sehr: „Wie die Turner, sterben heute auch die Metzger nach und nach aus.“ TEXT/Foto: JAS

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