Gertrud und Willi Wehr aus Kaltensondheim feierten am Freitag und am Samstag ihre goldene Hochzeit. Gekannt hatten sich die 69-jährige Gertrud Wehr, geborene Michel, und der 78 Jahre alte Wilhelm Wehr schon lange bevor sie ein Paar wurden: Der Kaltensondheimer war mit dem Onkel der Erlacherin befreundet und hat für sie sogar einmal den Nikolaus gespielt.

„Irgendwann war Schluss mit Kind sein“, sagte Gertrud Wehr. „Gefunkt“ hatte es dann bei einem Tanz in Sulzfeld in der Drachengrotte. Am 31. Januar 1964 heirateten die beiden standesamtlich, tags darauf in der Kirche in Kaltensondheim.

Ein Jahr später übernahm Willi Wehr die elterliche Schreinerei in Kaltensondheim und Gertrud, die zuvor im Landratsamt Ochsenfurt beschäftigt war, arbeitete fortan neben dem Haushalt, in dem insgesamt fünf Kinder zu versorgen waren, im Büro des Betriebs.
Innungsobermeister, Kreishandwerksmeister, Kreis- und Gemeinderat, das gesellschaftliche Engagement von Willi Wehr ist legendär.

Fünf Kinder groß ziehen und „mit der Schürze ins Büro“, „das bisschen Haushalt“, so Gertrud Wehr mit ironischem Lächeln, kann auch ausfüllen. Darüber hinaus kümmerte sie sich etwa um einen Lehrling aus dem afrikanischen Togo, den ein befreundeter Entwicklungshelfer in die Schreinerei nach Kaltensondheim vermittelt hatte. 2001 flog Gertrud Wehr nach Togo, um nach ihrem Schützling zu schauen.

Heute lebe die beiden in ihrem Haus in Kaltensondheim. Dort und im Garten gibt es immer etwas zu tun und Willi Wehr liest intensiv die Zeitung und Fachzeitschriften. Zum Jubiläum gratulierten neben den Kindern und sechs Enkeln auch Bürgermeisterin Renate Zirndt im Namen der Gemeinde.