PRICHSENSTADT

Glanz der Wirtschaftswunderjahre

Lang, flach und schneeweiß steht er da. An seinem Ende ragen vier dicke, verchromte Auspuffrohre unter dem Heck hervor. Eine Gruppe Männer steht mit glänzenden Augen um ihn herum und wirft fachmännische Blicke unter die nach vorne aufgeklappte Motorhaube. Es ist ein Jaguar V 12. Aus ganz Deutschland waren Oldtimerfreunde am Wochenende zu den Prichsenstadt Classics angereist.
Artikel drucken Artikel einbetten
Faszination Auto: Oldtimer-Fans, angereist aus ganz Deutschland, trafen sich am Wochenende zu den siebten Prichsenstadt Classics. Ein Treffen, das sich in der Szene inzwischen bundesweit einen Namen gemacht hat. Foto: Foto: Ralf Weiskopf

Lang, flach und schneeweiß steht er da. An seinem Ende ragen vier dicke, verchromte Auspuffrohre unter dem Heck hervor. Eine Gruppe Männer steht mit glänzenden Augen um ihn herum und wirft fachmännische Blicke unter die nach vorne aufgeklappte Motorhaube. Es ist ein Jaguar V 12. „Zwölf Zylinder, sechs Liter Hubraum, 276 PS “, sagt einer der Männer ehrfurchtsvoll und streicht mit der Hand über den Kotflügel.

Die Raubkatze aus britischer Produktion ist eine der zahlreichen Attraktionen, die in Prichsenstadt am Straßenrand stehen und die Blicke auf sich ziehen. Obwohl nicht gerade Ausflugswetter herrscht, wurden die Veranstalter, wie schon 2012, von Oldtimern geradezu überrollt.

Aus ganz Deutschland waren Oldtimerfreunde mit ihren Porsches, Bugattis, Rolls-Royce, Fiat Topolinos, MGs, aber auch mit Alltagsautos aus der Zeit des Wirtschaftswunders, wie Opel Rekord oder Kadett, Ford Taunus, Borgward oder Volvos angereist. PS-Boliden reihten sich neben Kleinwagen aus den 40er Jahren, die weniger PS unter der Haube haben als heute ein Rasentraktor.

Opel Kapitän, früher als „Metzger-Auto“ betitelt und BMW V8, bekannt aus der Fernsehserie Isar 12, stehen neben putzigen Gogo-Coupes und einem VW-Bus mit Panoramadach. Erstaunlich, wie viele Autos auch im Landkreis Kitzingen in den Garagen von Liebhabern ein Zuhause gefunden haben. Heute gelten viele der automobilen Raritäten als Geldanlage.

Die Faszination der rollenden Raritäten, die von ihren Besitzern meist aufwendig, liebevoll und mit hohem finanziellem Aufwand restauriert wurden und instand gehalten werden, scheint ungebrochen. Erinnern sie doch an eine Zeit, als das Wort von der Automobilkrise ein Fremdwort war und das Wachstum schier unbegrenzt schien.

Auch heuer reichten die Stellplätze im Ortskern von Prichsenstadt gar nicht aus, um allen Platz zu bieten. Auch Besucher, die nur zum Schauen gekommen waren, mussten gegen Mittag ziemlich weit außerhalb parken.

Dass auch Regenwetter echte Oldtimer-Fans nicht davon abhält, ihre wertvolle Karosse aus der Garage zu holen, zeigte sich am Samstag bei einer Oldtimer- Ausfahrt. Von 51 gemeldeten Fahrern waren lediglich vier nicht gekommen, berichtete Hermann Beetz der im Auftrag der Stadt Prichsenstadt die Classics organisiert und sich über den Erfolg der Veranstaltung einmal mehr riesig freute.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.