SULZFELD

Gewerbesteuer-Einbruch lässt Zuführung schmelzen

Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt ist ein Parameter, der Hinweise auf die dauernde Leistungsfähigkeit einer Kommune gibt. In Sulzfeld fällt sie knapp aus
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Nebel im Maintal bei Sulzfeld.

Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt ist ein Parameter, der Hinweise auf die dauernde Leistungsfähigkeit einer Kommune gibt. Die Gemeinde Sulzfeld kann nach dem im Finanzausschuss beratenen Zahlenwerk von Verwaltungsgemeinschafts-Kämmerer Michael Schmitt heuer nur 95 800 Euro an Zuführung erwirtschaften und schafft damit nur 33 000 Euro mehr als die vorgeschriebene Mindestzuführung. Doch ist die Leistungsfähigkeit nicht gefährdet, weil zwei Sonderfaktoren – Gewerbesteuer und Personalkosten – für die heuer niedrige Zuführung verantwortlich sind.

Ins Kontor schlagen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die von 120 000 Euro im vergangenen Jahr auf nur noch 20 000 Euro einbrechen. „Wir haben immer wieder größere Schwankungen“, bemerkte Bürgermeister Gerhard Schenkel im Finanzausschuss. Zudem habe die Gemeinde derzeit fünf Bauhofmitarbeiter auf der Lohnliste, weil wegen krankheitsbedingten und längerfristigen Ausfällen aufgestockt werden musste. Auch wenn die Zuführung heuer niedrig ausfällt, sahen die Mitglieder des Finanzausschusses keinen Anlass an der Gebührenschraube zu drehen. Auch die Hebesätze für die Grundsteuern A und B sowie für die Gewerbesteuer bleiben alle mit 320 Prozentpunkten auf dem bisherigen Niveau.

Der Gesamthaushalt soll sich nach der Empfehlung des Finanzausschusses auf 4,157 Millionen Euro und damit ungefähr auf dem Vorjahresniveau bewegen. Den größten Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt macht die Einkommenssteuerbeteiligung mit 743 000 Euro aus, gefolgt von 402 000 Euro an Schlüsselzuweisungen, 105 000 Euro an Grundsteuern und 115 000 Euro an Mieten und Pachten. Bei den Ausgaben schlagen die Kreisumlage mit 470 000 Euro, die Personalkosten mit 340 000 Euro, die Zuschüsse zur Kinderbetreuung mit 452 000 Euro und die Umlage zur Verwaltungsgemeinschaft mit 174 000 Euro markant zu Buche. Mit der Zuführung zum Vermögenshaushalt sinkt auch die freie Finanzspanne, die heuer nur noch 33 000 Euro hergibt.

War anfangs noch der Bau des Busparkplatzes an der Mainlände als größte Einzelinvestition im Vermögenshaushalt mit 678 000 Euro vorgesehen, wurde die Position jetzt auf 100 000 Euro gekürzt, weil der Gemeinderat kürzlich den Bau des Busparkplatzes mehrheitlich abgeschmettert hat. Jetzt macht der Um- und Ausbau des Kindergartens mit 375 000 Euro den größten Ausgabeposten aus, für die Sanierung und Umbau der Grundschule stehen 200 000 Euro bereit und 190 000 Euro sind für das neue Feuerwehrlöschfahrzeug eingeplant. Finanziert werden die Investitionen hauptsächlich durch die Rücklagenentnahme von 445 000 Euro der staatlichen Investitionspauschale von 125 000 Euro aus Mitteln des Kommunalen Finanzausgleichs und 453 000 Euro an Investitionszuweisungen des Staats. Wichtig war den Ratsmitgliedern, dass keine neuen Schulden gemacht werden müssen. Wie Gerhard Schenkel erläuterte, läuft bei manchen Krediten heuer die Zinsbindungsfrist aus. Die künftig niedrigeren Zinsen verschaffen der Gemeinde dann etwas mehr Luft.

Die Gemeinde baut ihre Schulden seit Jahren konstant um rund 100 000 Euro pro Jahr ab, voraussichtlich werden die Schulden zum Jahresende 1,8 Millionen Euro betragen. Das bedeutet eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1447 Euro, womit Sulzfeld weit über dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden von 607 Euro liegt. Die Allgemeine Rücklage beinhaltet einen Bausparvertrag mit 370 000 Euro. In der Kasse hat die Gemeinde aktuell 223 000 Euro und eine Sonderrücklagen von 448 000 Euro für die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung.

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