KITZINGEN

Gesucht: Helfer mit Fremdsprachenkenntnissen

Der Start war ambitioniert. Mittlerweile ist es ein wenig ruhiger geworden um die Alltagslotsen im Landkreis Kitzingen. Das soll sich wieder ändern. Neue Helfer sind mehr als willkommen. Gerade solche mit Migrationshintergrund.
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Die Arbeit der Alltagslotsen wirkt: Davon sind Carola Köhne, Clemens Hartmann und Eva Virue überzeugt. Neue Helfer sind willkommen. Foto: Foto: Ralf dieter

Der Start war ambitioniert. Mittlerweile ist es ein wenig ruhiger geworden um die Alltagslotsen im Landkreis Kitzingen. Das soll sich wieder ändern. Neue Helfer sind mehr als willkommen. Gerade solche mit Migrationshintergrund.

Anfang 2014 haben das Landratsamt, die Caritas und das Koordinierungszentrum für bürgerschaftliches Engagement, WirKT, das Projekt aus der Taufe gehoben. Zwölf Frauen aus ganz unterschiedlichen Ländern haben einen Kurs absolviert und ihre Arbeit als Alltagslotsen aufgenommen. „Es geht dabei fast immer um Übersetzungstätigkeiten“, erklärt Carola Köhne, die in den letzten Monaten Hilfesuchende und Alltagslotsen miteinander in Kontakt gebracht hat. Beim Umgang mit Behörden etwa sind die Hilfestellungen der Alltagslotsen Gold wert. „Es geht dabei ja oft um ganz wichtige Angaben mit langfristigen Auswirkungen“, sagt sie. Missverständnisse können jede Menge Ärger nach sich ziehen. Die Kommunikation muss stimmen. Das Netzwerk an freiwilligen Helfern mit ganz unterschiedlichen Sprachkenntnissen hilft.

Eva Virue ist von Anfang an dabei. Acht Menschen hat sie seither betreut. Mal bekommt sie drei Anfragen in der Woche, mal hat sie ein Vierteljahr gar keine Mail von Carola Köhne bekommen. Ihre Fälle ähneln sich. Migranten, die sich neu in Kitzingen einfinden, brauchen Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, aber auch beim Gespräch mit Ärzten oder bei der Schulanmeldung. „Wir sind gleichzeitig auch Kulturdolmetscher“, sagt Virue, die aus Argentinien stammt, fließend Spanisch und Portugiesisch spricht. „Wir erklären den Neuankömmlingen, was von ihnen im neuen Gesellschaftssystem erwartet wird.“ Etwa sechs Monate dauert es erfahrungsgemäß, bis ein Migrant im fremden Land alleine zurecht kommt. Virue hat einer alleinstehenden Mutter genauso weiterhelfen können wie einer 60-Jährigen, deren Arbeitsvertrag plötzlich gekündigt wurde.

Wenn es darauf ankommt, sind die Alltagslotsen zur Stelle. „Es geht um zeitlich begrenzte Hilfestellungen, aber nicht um Patenschaften“, betont Clemens Hartmann, der die Koordination der ehrenamtlichen Tätigkeit kürzlich von Carola Köhne übernommen hat. Der Leiter des Koordinierungszentrums möchte vermeiden, dass das Ehrenamt für die Alltagslotsen zu einer Belastung wird. „Es geht hier um eine gezielte Problemlösung.“ Flüchtlinge sind dabei gar nicht die Zielgruppe. „Ihnen helfen ja die Asylsozialarbeiter der Caritas“, erklärt Hartmann. Die Alltagslotsen sind für Familien oder Einzelpersonen da, die nicht aus Krisenregionen kommen.

Von den zwölf Frauen, die sich vor rund zweieinhalb Jahren ausbilden ließen, sind noch acht aktiv. Neue Interessenten sind deshalb herzlich willkommen. Hartmann würde sich vor allem über Anmeldungen von ehemaligen Migranten freuen, die sich in Deutschland eingelebt haben und über die notwendigen Sprachkenntnisse verfügen. „Das wäre eine gute Möglichkeit, um sich selbst noch besser zu integrieren.“ Menschen, die Griechisch sprechen, werden auf jeden Fall gesucht, auch Menschen mit Arabisch-Kenntnissen sind willkommen. Letztendlich ist jeder mit Fremdsprachenerfahrung bei den Alltagslotsen gerne gesehen. Je mehr Helfer, desto besser. Damit die Eingewöhnungsphase für Migranten möglichst problemlos vonstatten geht.

Kontakt: info@ehrenamt-wirkt.de

Telefon 09321 9254284, Mobil 0160 3654416, Würzburger Straße 5 in Kitzingen. Öffnungszeiten: Dienstag von 10 bis 13 Uhr und Mittwoch von 15 bis 18 Uhr.

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