Kitzingen
Singen  

Gesangverein auf neuen Tonspuren

Mit neuer Chorleiterin und neuem Vorstand geht der Gesangverein der Siedlung zuversichtlich in die Zukunft - wären da nicht die Nachwuchssorgen.
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Mal kirchlich, mal modern. Das Repertoire des Gesangsvereins ist groß. Und die Freude am Singen auch. Fotos: Tom Müller
Mal kirchlich, mal modern. Das Repertoire des Gesangsvereins ist groß. Und die Freude am Singen auch. Fotos: Tom Müller
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"Am Beispiel unseres Patenvereins Etwashausen haben wir erleben müssen, wie schnell es geht, dass gar nichts mehr geht." Thomas Bambach, Vorstand des Gesangvereins der Siedlung Kitzingen 1950 e.V., malt nur kurz das Bild einer Zukunft, die er und seine Sangesfreunde sicher nicht erleben wollen.
Wenn der Nachwuchs ausbleibt, wenn keine neuen Mitglieder dem Verein beitreten, dann nützt der Spaß an der Gesangsfreude wenig. Dann blutet jeder Verein aus. "So viele Menschen singen gerne", sagt Bambach, "sich aber regelmäßig zu Probenabenden zu treffen, das wollen nur wenige. Dabei macht diese Gemeinsamkeit richtig viel Spaß." Man kauft es ihm und den Vereinsmitgliedern ab.
Selbst anlässlich der Jahreshauptversammlung, oft eine recht trockene Veranstaltung im Jahreskreis, wird gescherzt und gelacht. Zum Lachen gibt es abseits der Nachwuchssorgen zum Glück genügend Grund.


Neue Leitung gefunden

Einer besteht darin, dass der Verein seit kurzem eine neue Chorleiterin hat. Nachdem Helene und Michael Bausenwein nach vielen Jahren aus gesundheitlichen Gründen die musikalische Leitung des Chores nicht mehr weiterführen konnten, war die Stelle vakant. "Ich hatte keine schlaflosen Nächte, aber ein paar schlaflose Stunden waren es schon", verriet Thomas Bambach, der sich schnell auf die Suche nach einer neuen Leitung machte. "Wenn wir niemanden finden, würde das für unseren Chor das Aus bedeuten". Er wurde zum Glück fündig. Doris Müller aus Albertshofen übernahm die Chorleiter-Stelle im Herbst 2012. Chor und Chorleiterin wachsen seitdem immer mehr zusammen. Erste Auftritte anlässlich des Volkstrauertages, beim Sternenzauber und der eigenen Weihnachtsfeier wurden unter der neuen Führung bereits erfolgreich gemeistert.
"Die Stimmung im Verein ist hervorragend", versichert Bambach. Er sieht den Verein intensiv verankert im Kitzinger Leben: "Wir sind noch da, wir gehören dazu, zur Siedlung und zur Stadt Kitzingen". Applaus brandet auf. 92 Mitglieder zählt der Gesangverein aktuell, 22 von ihnen treffen sich regelmäßig am Freitagabend zur zweistündigen Probe in der Sportgaststätte des SSV-Kitzingen an der Egerländer Straße. Dank vieler Spenden von Mitgliedern und öffentlichen Institutionen ist das finanzielle Polster des Vereins nicht üppig, aber ausreichend, um die erforderlichen Ausgaben zu deckeln.

Neue Ämter schnell besetzt

Bei der Wahl des neuen Vorstands am Freitagabend duckte sich auch niemand weg. Die Ämter, die neu zu besetzen waren, fanden schnell neue Namen. Für einen Posten musste kein Nachfolger gefunden werden: Der neue "Herr Gesangsverein" ist auch der alte. Thomas Bambach wurde einstimmig und mit großem Applaus in seinem Amt als 1. Vorsitzender bestätigt. Der Tenor ist seit 1988 im Verein und bereits 18 Jahre Vorstand. Ihm zur Seite steht aber ein neues Team. Unterstützt wird er vom neuen 2. Vorstand Georg Distler. Um die Finanzen kümmert sich als Kassiererin Ursula Reichhard. Heidi Hartmann übernimmt das Amt der Schriftführerin. Notenwart wird Lolita Bambach. Das Amt des Vergnügungswarts teilen sich Sieglinde Wallström und Ursula Virnekäs. Neuer Beisitzer wird Georg Hartmann.
Nach der Wahl des neuen Vorstands wurde auch ein neues Ehrenmitglied gewählt. Eugen Grümmer, seit 1983 im Vorstand des Gesangvereins und stets mit Herz und Stimme dabei, wurde in Abwesenheit mit diesem Titel geehrt. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er aber an der Versammlung nicht teilnehmen.
Bambach skizzierte abschließend auch gleich die nächsten Schritte des Vereins. Am 8. Februar laden die Mitglieder zu einem "lustigen Singabend" in die SSV-Sportgaststätte. Der Verein, Mitglied im Fränkischen Sängerbund e.V., nimmt eine knappe Woche später bereits an der Gruppensitzung in Castell teil. Am 26. Mai und am 16. Juni stehen Auftritte in Altenschönbach und Fröhstockheim auf dem Programm. Für Ende Juni ist ein Ausflug mit dem Siedlerbund nach Oberwiesenthal geplant.
Weitere Auftritte könnten laut Bambach auch kurzfristig eingeschoben werden. Und neue Sänger würden jederzeit aufgenommen. "Man muss auch keine Noten können", verriet der Vorsitzende augenzwinkernd. "Das Singen lernt man schließlich in einem Verein."

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