Kitzingen

Gesamte Kitzinger Altstadt wird zum Sanierungsgebiet

Die Stadt Kitzingen lud ihre Bürger ein, sich aus erster Hand über die geplante Altstadtsanierung zu informieren. Die Resonanz war verhalten.
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Die Umgestaltung des Mainkais ist eines der ersten Projekte der Kitzinger Altstadtsanierung. Foto: Julia Lucia

Obwohl es um das Sanierungsgebiet Kitzinger Altstadt ging, war die Bürgerversammlung am Montag in der Alten Synagoge nur mäßig besucht. Oberbürgermeister Siegfried Müller, Bauamtsleiter Oliver Graumann und Johannes Schrauth von der Abteilung Hochbau im Stadtbauamt informierten über das Sanierungsgebiet und einzelne Maßnahmen.

Graumann beschrieb das Sanierungsgebiet als rechtskräftig im Stadtrat verabschiedet. Die Maßnahmen haben zum Ziel, die Altstadt baulich und funktional aufzuwerten und dazu Fördermöglichkeiten, etwa verbesserte steuerliche Abschreibungen, als Anreiz zu nutzen.  Ausgangssituation sei eine leicht steigende Bewohnerzahl in der Altstadt, betonte Graumann. Eine neue Abgrenzung des Sanierungsgebiets umfasst nun das von Main, Bundesstraße und Bahntrasse/Nordtangente eingefasste Areal der Stadt, Deuster-Gelände und Alte Mainbrücke. Der Amtsleiter unterstrich, dass für Sanierungsvorhaben ein einfacher Bauantrag genügt.

Barrieren in der Altstadt sollen verschwinden

Als Impulsprojekte nannte er die Entwicklung des Deuster-Areals mit Landesarchiv und Freiraum, die Beseitigung baulicher Mängel am Oberen Mainkai und an der Alten Mainbrücke, den Hotelneubau in der Schrannenstraße 33 bis 35, die Sanierung des Gebäudes der Polizeiinspektion und des Gebäudes in der Kaiserstraße 17 mit Einrichtung eines Bürgerbüros sowie die Sanierung der Oberen Bachgasse 26. Hinzu komme die gesamte Kaiserstraße nach deren Herabstufung, die Schrannenstraße, der Schwalbenhof, das Umfeld des katholischen Dekanatszentrums und das Roxy-Kino. Gleichzeitig solle der gesamte Altstadtbereich barrierearm gestaltet und die Altstadteingänge aufgewertet werden. Nicht zuletzt soll die Stadtmöblierung erneuert werden.

Wie Graumann versprach, werden die Bürger vor dem Beginn von jeder Straßenbaumaßnahme informiert. Erheblicher Handlungsbedarf besteht hinsichtlich der Substanz, wie der Gestaltung des öffentlichen Raums; hier bestehe an nahezu allen Straßen der Altstadt erheblicher Handlungsbedarf. Die Gesamtkosten für private und kommunale Maßnahmen bezifferte er mit 70 Millionen Euro, mit einem Anteil der Stadt von 30 Millionen Euro, verteilt auf die nächsten zehn bis 15 Jahre.

Viele Fragen bleiben ohne Antwort

Oberbürgermeister Siegfried Müller unterstrich, dass alle Maßnahmen nur gemeinsam mit den Bürgern möglich seien. Ingrid Niedermeyer beklagte, dass nach der Vorstellung der Vorhaben viele Fragen offen blieben und sie nicht mehr wisse als vorher.

Graumann beruhigte jedoch dahingehend, dass vieles von Maßnahmen privater Eigentümer anhänge. Müller lud alle Interessenten im Einzelfall zu Besprechungen ins Bauamt ein.

Dazu gab Eva Hörner den schlechten Zustand vieler Häuser zu bedenken, bei denen kaum Investitionen von Eigentümern zu erwarten seien. Sie fragte weiter, wie sich die Stadt dann verhalte. OB Müller merkte an, dass die Stadt Anreize schaffen wolle, die sich auch für Eigentümer lohnten, die nicht in den Häusern wohnen. Zwingen könne man allerdings niemanden.

Graumann ergänzte, die Stadt wolle auf Eigentümer zugehen und stelle dazu einen eigenen Quartiersmanager ein.

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