Volkach

Gemeinschaft und christliche Werte im Blick

"Da soziale Kontakte und Werte immer mehr verloren gehen, braucht es eine Gemeinschaft, in der christliche Werte gepflegt werden", hat Rita Engert klare Ziele.
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35 Jahre lang haben diese drei Frauen als Vorsitzende des Volkacher Frauenbunds die Gemeinschaft mit christlichen Werten gelebt: (von links) Irmgard Kreim (1985 bis 1991), Ursel Arnold (1991 bis 2015) und Rita Engert (seit 2015). Foto: Peter Pfannes

"Da soziale Kontakte und Werte immer mehr verloren gehen, braucht es eine Gemeinschaft, in der christliche Werte gepflegt werden", hat Rita Engert klare Ziele. Die Vorsitzende des katholischen Frauenbunds Volkach bereitet zurzeit die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag der Gemeinschaft vor. Gefeiert wird am 24. März um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche und einem Fest im Pfarrheim.

Gemeinsam mit ihren Vorgängerinnen Irmgard Kreim und Ursel Arnold hat Rita Engert in der Chronik geblättert. Am 17. Januar 1919 gründeten 38 Frauen unter der Leitung von Dekan Peter Braun den katholischen Frauenbund Volkach. Einen Monat später erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister. Zur Vorsteherin wurde Maria Leininger gewählt und zur Kassiererin Anna Kost. Pfarrer Braun übernahm das Amt des geistlichen Beirats. 1922 zählte der Verein bereits 166 Mitglieder. 1928 wurde Babette Aumüller zur Vorsitzenden gewählt. 1948 übernahm Gunda Kleinlein den Vorsitz. Als Zweigverein des KDFB der Diözese Würzburg wurde der Eintrag im Vereinsregister gelöscht.

1959 übergab Gunda Kleinlein ihr Amt an Helene Imhof. Ihr folgte nach drei Jahren Thilde Schlier. 1968 wurde Pfarrer Rudolf Bauer geistlicher Beirat. Vielerlei Aktivitäten brachten die 1970er Jahre mit sich. Schwerpunktmäßig nahmen die Frauen an Vorträgen, Einkehrtagen und Ausflügen teil. Es entstand die Theatergruppe. Der erste bunte Abend fand 1977 statt. Durch die Theaterveranstaltungen konnten zu dieser Zeit ansehnliche Spenden für das Bürgerspital und die Renovierung des Kirchberges eingespielt werden. Ein Handarbeitskreis spendete den Erlös aus Pfarrfesten und Bazaren an Pfarrei und Mission.

Nach dem Tod von Pfarrer Bauer wurde 1978 Pfarrer Oskar Kern geistlicher Beirat. Nach 18 Jahren legte Thilde Schlier ihr Amt in die Hände von Helene Imhof. Nach jeweils sechs Jahren im Amt folgten 1985 Irmgard Kreim und 1991 Ursel Arnold. Bis 1999 wurde jedes Jahr im Fasching unter der Leitung von Christine Dinkel Theater gespielt. Ursel Arnold moderierte oft durch den Abend. Nach einem Überfall in seinem Pfarrhaus in Großwenkheim starb Pfarrer Kern 2001. In den Monaten der Vakanz der Pfarrei unterstützte Johannes Reichel, Pfarrer im Ruhestand, die Interessen des Frauenbunds.

1992 begrüßte man Theo Hau als neuen Pfarrer, der bis September 2004 blieb. Im Folgejahr engagierte sich Kaplan Thomas aus Indien in der Pfarrgemeinde. 2005 trat Pfarrer Johannes Hofmann sein Amt an. Er wirkt bis heute in der Pfarrei und ist geistlicher Beirat im Frauenbund. 24 Jahre leitete Ursel Arnold mit viel Herzblut den Verein. Seit ihrem Ausscheiden 2015 kümmert sich Rita Engert um den Frauenbund. "Wir stehen heute im übertragenden Sinn auf den Schultern der Frauen, die jahrzehntelang wertvolle Arbeit für die Kirche und die Gesellschaft geleistet haben", sagt die Vorsitzende.

Ohne diese Frauen und ihr soziales Engagement, ohne Unterstützung miteinander, ohne ihre spezifischen weiblichen Begabungen sei Kirche nicht möglich. Zum Jubiläum ist sie zuversichtlich: "Unser Frauenbund ist noch lange nicht out." Sie ist guten Mutes für die Zukunft des 100-jährigen Vereins. Und weil der Frauenbund aktuell 99 Mitglieder hat, freut sie sich schon auf das 100., vielleicht schon bei der Geburtstagsfeier.

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