Kitzingen
Cäcilienmesse

Gemeinsames Konzert der Kitzinger Chöre

Die Paul-Eber-Kantorei und der Kirchenchor St. Johannes brachten zusammen die Cäcilienmesse zu Gehör. Schade nur, dass die Kirchenbänke nicht voll besetzt waren.
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Christian Pfaff saß erschöpft, aber glücklich auf der leeren Kirchenbank. Das Publikum verließ gerade die Evangelische Stadtkirche in Kitzingen. In Pfaffs Gesichtszügen ließ es sic noch gut ablesen: Die Besucher hatten ein außerordentliches Konzert erlebt.

Eigentlich ist Christian Pfaff Physiotherapeut. Doch die klassische Musik ist seine Leidenschaft. Seine schöne Tenorstimme setzt er gerne im Kirchenchor ein. Vor ihm lag am Sonntagabend die Partitur der "Cäcilienmesse" von Charles Gounod. "Wer bei den Proben dabei war", erzählte das Chormitglied nachher voller Stolz, "wenn man sich vorstellt, dass es zwei Chöre sind, der evangelische und der katholische" - Pfaff stockte immer wieder vor Rührung - "Das war unglaublich, wie es sich heute angehört hat!"

Und das war es tatsächlich! Unter der Leitung von Carl-Friedrich Meyer hatte der zusammengeschlossene Chor aus der Paul-Eber-Kantorei und der St. Johanniskirche eine Spitzenleistung hervorgebracht. Jede Stimmlage und jeder Ton, vom Summen bis hin zum Akut der Soprane, sprühte vor Perfektion. Die Harmonie der beiden Chöre war beeindruckend.

Ein paar Männerstimmen haben gefehlt

Zur vollendeten Ausgeglichenheit hätten nur noch ein paar Männerstimmen mehr gefehlt. Etwa zwei Drittel des Chores sind nämlich von Frauen besetzt. Das kann so manchen Part ein wenig aus dem Gleichgewicht bringen.
Am Sonntagabend jedoch hat alles wunderbar funktioniert. Das Orchester "Amadé" applaudierte zusammen mit dem begeisterten Publikum den knapp 80 Sängern und Sängerinnen sowie den drei Solisten.

Der Chor ist der absolute Protagonist des Konzertes gewesen. Einziger Wermutstropfen: Die großartig gesungene "Cäcilienmesse" hätte ein zahlreicheres Publikum verdient gehabt.

Zum Einklang des Konzertes hatte Christian Stegmann das Orchester leicht und beschwingt durch die 5. Sinfonie von Franz Schubert geführt. Am Ende konnte man auch die zahlreichen Mikrofone verstehen, die das Konzert aufgezeichnet, jedoch den visuellen Eindruck ein bisschen gestört hatten.

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