KLEINLANGHEIM

Gemeinsame Sache beim Abwasser?

Der Kleinlangheimer Gemeinderat diskutiert darüber, ob Wiesenbronn an die Kläranlage angeschlossen wird oder ob man gemeinsam das Abwasser nach Schwarzach leiten soll.
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Wird die Kläranlage in Kist bald vom Abwasserzweckverband Ahlbach-Gruppe betrieben? Foto: Foto: Ernst

Mit einer Überraschung begann die Sitzung des Kleinlangheimer Gemeinderats am Dienstagabend. Die Tür ging auf und Gemeinderätin Maria Wallrapp schob einen Kinderwagen mit ihrem neugeborenen Sprössling Georg herein, der am 9. Juli das Licht der Welt erblickt hatte. Das Baby verhielt sich vorbildlich und ließ keinen Mucks hören, auch nicht, als über einen eventuellen Anschluss des Nachbarorts Wiesenbronn an die Kleinlangheimer Kläranlage diskutiert wurde.

In dieser Angelegenheit hatte die Wiesenbronner Bürgermeisterin Doris Paul in Kleinlangheim angefagt „Das ist eine schwierige Sache und wir können das nicht auf die Schnelle entscheiden“, sagte die Kleinlangheimer Bürgermeisterin Gerlinde Stier dazu. Sie wies darauf hin, dass Kleinlangheim bis 2018 die Genehmigung hat, das Wasser aus der Kläranlage in den Gründleinsbach einzuleiten, während Wiesenbronn diese bis 2017 hat. Außerdem denke man in Kleinlangheim auch darüber nach, das Abwasser der Kläranlage Schwarzacher Becken zuzuführen. „Wir brauchen dazu aber auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung“, gab die Bürgermeisterin zu bedenken.

Finanzielle Vorteile

Falls es zwischen Kleinlangheim und Wiesenbronn einen Konsens geben sollte, müsste das Kleinlangheimer Kanalnetz saniert werden, was bis 2017 nicht zu bewerkstelligen sei. Die Bürgermeisterin wies auch auf Probleme mit den Einwohnergleichwerten bei Weinbaugemeinden hin: „Auch das müsste vorher abgeklärt werden.“ Wilhelm Köhler äußerte die Befürchtung, dass bei Starkregen ein Teil des Ortes absaufen könnte, falls das Kanalsystem durch das Wiesenbronner Abwasser zusätzlich belastet werde. Auch Johann Braun hatte seine Zweifel, ob das Kanalnetz für zusätzliches Abwasser ausreichen würde. „Die Voraussetzungen müssen passen, das ist derzeit nicht der Fall“, sagte Thomas Schellhorn.

Stier informierte die Räte, dass ein Anschluss Kleinlangheims an die Schwarzacher Kläranlage nach dem jetzigen Stand möglich sei. Werner Krauß sah einen finanziellen Vorteil einer gemeinsamen Leitung des Abwassers von Kleinlangheim und Wiesenbronn nach Schwarzach.

Eine Fachfirma soll nun beide Vorschläge – die Nutzung der Kleinlangheimer Kläranlage durch Wiesenbronn und eine gemeinsame Leitung nach Schwarzach – beurteilen. „Wenn die Fakten auf dem Tisch liegen, werden wir entscheiden“, lautete der Schlusssatz der Bürgermeisterin.

Sperrung der Bahnhofstraße

Sie gab bekannt, dass Bauarbeiten für Kanal und Straße in der Bahnhofstraße und Am Castellbach am 8. August beginnen sollen. Der erste Abschnitt soll bis Mitte Oktober fertig sein. Danach kommt die Bahnhofstraße dran, für die dann eine Vollsperrung angeordnet wird, zudem kommt ein Parkverbot in der Schulstraße. „Die Anlieger der Bahnhofstraße können auf dem Festplatz parken, die Arbeiten sollen bis zum Herbst 2017 fertig sein“, teilte die Bürgermeisterin mit.

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