KITZINGEN

Gemeinsam für den Frieden

Es ist eine Premiere. Und die Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Am 8. Mai wird es einen Lichterzug für den Frieden in Kitzingen geben. Vertreter von vier Religionen laden dazu ein.
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International: In drei Sprachen ist die Friedensbotschaft auf dieser Kerze aufgebracht. Foto: Foto: Ralf Dieter
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Es ist eine Premiere. Und die Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Am 8. Mai wird es einen Lichterzug für den Frieden in Kitzingen geben. Vertreter von vier Religionen laden dazu ein.

Die Idee wurde bereits im vergangenen Herbst geboren. Da weilten Dekan Hanspeter Kern von der evangelischen Kirche und Kaplan Alexander Berger von der katholischen Kirche bei einer ökumenischen Konferenz in der Etwashäuser Moschee. Gleichzeitig lernten sie dabei den neuen Imam kennen. Und der signalisierte seinen Willen und Wunsch, auch weiterhin im Gespräch zu bleiben – und in Richtung Öffentlichkeit mit einer Stimme zu sprechen.

Für Dekan Kern ist der 8. Mai ein äußerst geeigneter Termin, um diese Absichtserklärung in die erste Tat umzuwandeln. Am 8. Mai 1945, vor genau 70 Jahren, wurde das Ende des Zweiten Weltkrieges mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht auch offiziell dokumentiert. „Seither leben wir hier in Deutschland in Frieden und sind sehr dankbar dafür“, erklärt er. Mit dem Lichterzug soll der feste Wille dokumentiert werden, auch weiterhin an einem friedlichen Zusammenleben zu arbeiten und mögliche Spannungen bereits im Vorfeld in Gesprächen zu klären.

Zur ersten Veranstaltung dieser Art in Kitzingen laden deshalb auch die Vertreter von vier Weltreligionen ein: Der Förderverein Ehemalige Synagoge, die evangelische und katholische Kirche sowie die Muslime in Kitzingen. In den jeweiligen Gottes- und Gebetshäusern wird der Lichterzug ab 21 Uhr beginnen und am Kitzinger Marktplatz enden. Dort ist gegen 21.15 Uhr eine kurze Kundgebung inklusive zweier Musikstücke geplant. „Es soll eine ernste, aber keine bierernste Veranstaltung werden“, meinte Kern bei einer ersten Besprechung, zu der neben Kaplan Alexander Berger auch Vertreter der Alevitischen Gemeinde in Kitzingen sowie des Vereins Neue Moschee für Kitzingen gekommen waren.

Ein Vertreter jeder Religion wird am Marktplatz ein paar kurze Worte sprechen, Oberbürgermeister Siegfried Müller wird für ein Grußwort erwartet, danach besteht die Gelegenheit für einen ungezwungenen Austausch.

Bevor sich der Lichterzug von fünf verschiedenen Standorten in Bewegung setzt, gibt es die Möglichkeit zur inneren Einkehr: in der evangelischen Kirche und in der katholischen Kapuzinerkirche beginnt jeweils um 20.30 Uhr eine Andacht, in der Neuen Moschee startet zur gleichen Zeit das Abendgebet. In der Ehemaligen Synagoge beginnt bereits um 20 Uhr ein Vortrag über Pinchas Lapide und Dietrich Bonhoeffer.

Alle Kitzinger Bürger sind zum Lichterzug eingeladen, wie viele tatsächlich kommen, ist für die Veranstalter im Vorfeld überhaupt nicht absehbar. Kaplan Berger hat vorsichtshalber 1000 Teelichter besorgt, außerdem eine fast einen Meter große Kerze, auf der neben dem Friedensengel der Wunsch nach Frieden in drei Sprachen geschrieben ist: Friede sei mit Euch, Schalom und Salem Aleikum. Die Kerze soll gemeinsam von den Vertretern der vier Weltreligionen entzündet werden, um dann im Rathaus einen gebührenden Platz zu bekommen.

In allen Gotteshäusern soll jetzt intensiv auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht werden. Das Motto dürfte für alle Menschen, gleich welchen Glaubens, Ansporn zur Teilnahme sein: Gemeinsam für Frieden auf der Welt.

Lichterzug

Termin: Freitag, 8. Mai.

Versammlungsorte: Ehemalige Synagoge (20 Uhr Vortrag über Pinchas Lapide und Dietrich Bonhoeffer); Evangelische Stadtkirche (20.30 Uhr: Andacht); Kapuzinerkirche (20.30 Uhr: Andacht); Neue Moschee Etwashausen (20.30 Uhr: Abendgebet); Alevitische Gemeinde in der Mainbernheimer Straße 18.

Start des Lichterzuges: Um 21 Uhr von den Versammlungsorten zum Marktplatz. Dort ab 21.15 Uhr kurze Kundgebung mit anschließender Begegnung.

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