CASTELL

Gemeinderat: Es darf weiter gebaut werden

Der Casteller Gemeinderat hat die Weichen für die Zukunft zum Thema Bauplätze gestellt. In seiner Sitzung beschloss das Gremium um Bürgermeister Jochen Kramer, eine weitere Fläche im Anschluss an das Baugebiet Schupfäcker zu erschließen.
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Bloß keine sterilen Siedlungen: Beratung für Häuslebauer und Renovierer
(hawo) Das Landratsamt Haßberge rührt die Werbetrommel für eine Bauberatung durch seine Fachleute. „Jedes Haus, jedes Gebäude ist ein Stück gestaltete Heimat und trägt zur regionalen Baukultur bei“, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde. Ob in Ortskernen, Siedlungs- oder Gewerbegebieten, ob in kleinen Dörfern oder in Städten: Ein gut gestaltetes Gebäude bedeute ein Stück Lebensqualität. Der Landkreis Haßberge ist ländlich geprägt; jede Gemeinde habe ihren eigenen Charme, heißt es weiter. Dazu trügen auch Gebäude oder Dorf- und Marktplätze bei. Anonyme Neubauten wie in großstädtischen Siedlungsgebieten seien hier kaum zu finden. „Leider greifen aber auch bei uns immer mehr Bauherren zu Standardlösungen, die sich nicht in die gewachsenen Strukturen einfügen“, so Kreisbaumeister Herbert Schäfer. Gleichzeitig unterstreicht er, dass Einfügen nicht gleich Angleichen bedeute. Dies sieht Architekt Bernhard Joos, der am Landratsamt auch Ansprechpartner rund um den Denkmalschutz ist, genauso: „Ein individueller, gut gestalteter Neubau ist eine Bereicherung des Ortsbilds. Ein seelenloser und lieblos gestalteter Bau ist das Gegenteil.“ Gute Architektur berücksichtige regionale Bauformen und Materialien. Auch die Bauvorschriften wirkten sich auf die Baugestaltung aus. Gerade bei Bauvorhaben in der Nähe von Baudenkmälern herrsche oft Unsicherheit bei den Bauherren: Lassen sich unsere Vorstellungen verwirklichen? Wie stellen sich die Baubehörde und der Denkmalschutz dazu? Um all diese Fragen zu klären, bietet die Bauverwaltung des Landratsamtes allen Bauinteressierten eine Beratung an. „Besprechen Sie Ihre Ideen und Vorstellungen mit unseren Fachleuten“, rät auch Landrat Rudolf Handwerker. Ansprechpartner: Bernhard Joos, (0 95 21) 2 72 74; E-Mail: bernhard.joos@hassberge.de; Herbert Schäfer, (0 95 21) 2 73 11; E-Mail: herbert.schaefer@hassberge.de Foto: Foto: Jens Schierenbeck

Der Casteller Gemeinderat hat die Weichen für die Zukunft gestellt, was das Thema Bauplätze betrifft. In seiner Sitzung beschloss das Gremium um Bürgermeister Jochen Kramer, eine weitere Fläche im Anschluss an das Baugebiet Schupfäcker zu erschließen. Damit können dort weitere 16 Bauplätze entstehen. Ob das gesamte Areal auf einmal erschlossen wird, oder zunächst nur ein Teil, steht noch nicht fest.

Im Bebauungsplan war das Areal, das am westlichen Ortsrand in Richtung Wiesenbronn/Birklingen liegt, seit längerem dafür vorgesehen. Auch weil die Kommune finanziell nicht gerade gut gestellt war, wurde bisher auf eine Erschließung verzichtet. Derzeit hat die Gemeinde jedoch kaum mehr Flächen für Bauwillige zur Verfügung, deswegen wurde nun eine Vergrößerung des Baugebiets angegangen.

Gemeinderätin Gudrun Kroeschell regte beim Thema Nachfrage nach Wohnraum an, dass sich die Gemeinde gleichzeitig auch der Leerstands-Problematik im Ortsbereich annimmt. Man müsse das Thema angehen und auch ausloten, ob und welche Zuschussmöglichkeiten für Renovierungen vorhanden sind. Zudem sei eine Auflistung der leer stehenden Häuser zu erstellen. Die Gemeinde solle auf die Besitzer zugehen und deren zukünftiges Interesse an einer Nutzung der jeweiligen Gebäude ausloten.

Gleichzeitig wurde im Rat der bereits zuvor mehrmals besprochene Plan zum Ausbau der Bushaltestelle im Herrengarten beschlossen. Die Einwände der Bürger aus der Bürgerversammlung wurden berücksichtigt, der Standort für das Bushäuschen wurde geringfügig verschoben, damit auch größere Busse dort wenden könnten. Das Projekt ist das letzte größere im Zuge der Dorferneuerung für Castell und soll 2016 angegangen werden.

Zum Thema Dorferneuerung in Greuth kündigte Bürgermeister Kramer an, dass im November dazu eine Bürgerversammlung im Ortsteil stattfinden werde. Die Erneuerung ist mittelfristig für die nächsten Jahre anvisiert. Zuvor müsse die Gemeinde Geld dazu im Haushalt einplanen.

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