Sommerach

Gemeinderäte erfahren es als Erste: Elmar Henke hört auf

Unter tragischen Vorzeichen ist der Bürgermeister von Sommerach 1998 ins Amt gelangt. Jetzt hat er entschieden: 22 Dienstjahre sind genug. Was sagt er zur Nachfolge?
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Stellt sich bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr zur Wiederwahl: Der Sommeracher Bürgermeister Elmar Henke. Das Foto entstand im Juni 2019 anlässlich seines 65. Geburtstages. Foto: Walter Braun
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Es war kein spontaner Entschluss. Nach längerer und reiflicher Überlegung teilte der Sommeracher Bürgermeister Elmar Henke am Montagabend in der Gemeinderatssitzung mit, dass er bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr kandidieren wird. Eigenen Angaben nach hatte er von seinem Entschluss zuvor noch niemandem erzählt, auch keinem aus seiner Partei, der CSU.

Für die meisten Ratsmitglieder kam diese Entscheidung überraschend. Henke, mittlerweile 65 Jahre alt , wurde 1984 mit damals 30 Jahren in den Sommeracher Gemeinderat gewählt. Von 1990 bis 1998 war er stellvertretender Bürgermeister und schließlich – nach dem überraschenden Tod des damals erst 47 Jahre alten Bürgermeisters Rupert Schlereth (FW) – ab diesem Zeitpunkt der "erste Mann Sommerachs". Insgesamt viermal wurde er als gemeinsamer Kandidat von CSU und FW zum Bürgermeister gewählt.

Generationenwechsel ermöglichen

Henke will der Jugend und somit einem Generationswechsel eine Chance geben, wie er am Montagabend in der Sitzung sagte. Nach 22 Dienstjahren, und auch mit Blick auf die Tatsache, dass Henke bei einer nochmaligen Wahl am Ende der Amtsperiode im Jahr 2026 dann ins 72. Lebensjahr gehen würde, eine durchaus verständliche Entscheidung.

Anders als bei hauptberuflichen Bürgermeistern, bei denen laut Gesetz mit 65 Jahren Schluss ist, spräche rechtlich gesehen nichts gegen eine weitere Amtszeit Henkes, bestätigt dieser am Dienstag im Gespräch mit dieser Redaktion. Doch klammere er nicht an seinem Amt und blockiere dieses somit für einen jüngeren Nachfolger. "Es ist vor mir gegangen und es wird auch nach mir gehen", stellt er fest.

Aus Kandidatenfrage heraushalten

An der Suche nach einem Bürgermeisterkandidaten – womöglich wieder ein gemeinsamer Kandidat von CSU und FW? – möchte Henke sich eigenen Worten nach heraushalten. Seiner Ansicht nach spiele in der Kommunalpolitik die Parteizugehörigkeit ohnehin keine so große Rolle. Viel mehr käme es auf die Persönlichkeit des Kandidaten an.

Was ihm bis zum Ende seiner Amtszeit am meisten am Herzen liegt, ist die anstehende Erweiterung des Sommeracher Kindergartens . Deren Planung und Baugenehmigung dürfte er noch als Bürgermeister erleben – bei der Fertigstellung ist Henke dann allerdings schon nicht mehr im Amt.

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