Wiesenbronn

Gemeinderäte ärgern sich über Mehrkosten für Vergleichsstudie

Gleich zwei Tagesordnungspunkte brachten Mitglieder des Wiesenbronner Gemeinderates in der Sitzung am Dienstagabend auf die Palme. Zum einen ging es um die Feststellung der Jahresrechnung für 2016 und zum anderen um die Mehrkosten für die Ausarbeitung der Vergleichsstudie für eine Anbindung Wiesenbronns an die Kitzinger Kläranlage.
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Gleich zwei Tagesordnungspunkte brachten Mitglieder des Wiesenbronner Gemeinderates in der Sitzung am Dienstagabend auf die Palme. Zum einen ging es um die Feststellung der Jahresrechnung für 2016 und zum anderen um die Mehrkosten für die Ausarbeitung der Vergleichsstudie für eine Anbindung Wiesenbronns an die Kitzinger Kläranlage.

Bei der örtlichen Rechnungsprüfung für 2016, die mit einem Gesamtergebnis von 3 972 565 Euro abschloss, übte Reinhard Hüßner erneut Kritik an den Planungskosten von circa 7500 Euro für die Kastanienbäume auf dem Festgelände im Seegarten. Sein erstes Schreiben an Antje Teutschbein, Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft (VG) habe diese beantwortet und mitgeteilt, dass eine weitere Aussage der Verwaltung nicht erfolgen werde. "Sie sagt, dass es bleibt wie es ist und wird sich dazu auch nicht mehr äußern", bestätigte Bürgermeisterin Doris Paul.

Mehrkosten wegen Kläranlage

Nach Meinung von Reinhard Fröhlich ging es bei der Aktion im Seegarten nicht nur um Kastanienbäume, sondern auch um Planungen für das Festgelände. Die Bürgermeisterin fügte an, dass auch der Dachanbau eine Rolle gespielt habe. Bei der Abstimmung zur Feststellung der Jahresrechnung, bei der die Bürgermeisterin ausgeschlossen war, gab es eine Stimme für die Entlastung der Verwaltung, der Rest der Ratsmitglieder war dagegen. Wie es nun weiter geht und welche Instanz nun eventuell eine Prüfung vornimmt, konnte die Bürgermeisterin noch nicht sagen.

Auch die Mehrkosten für die Ausarbeitung einer Vergleichsstudie zur Ertüchtigung der Wiesenbronner Kläranlage und zu einem Anschluss an die Kläranlage der Stadt Kitzingen stießen im Rat auf keine Gegenliebe. Das Ingenieurbüro Hoßfeld & Fischer aus Bad Kissingen teilte der Gemeinde mit, dass sich gegenüber der beauftragten Summe von brutto 11 382 Euro erhebliche Mehrkosten ergeben hätten. So sei der Aufwand für die Analyse der Entwurfsplanung vom Büro Baur Consult erheblich höher als prognostiziert gewesen. Die Unstimmigkeiten mit der Mischwasserplanung seien im Vorfeld nicht bekannt gewesen und hätten bei der Einholung der Anschlussmodalitäten an Kitzingen eine erhebliche Rolle gespielt.

Studie zu Anschlussvarianten

Weiter führte das Büro an, dass die Planung der Anschlussvarianten ausführlicher betrachtet worden sei als im Vorfeld vorgesehen. "Dies ist vor allem auch deswegen erforderlich gewesen, da der kritische Nachbar sicherlich versuchen wird, die Trassenführung über sein Gebiet als nicht durchdacht anzugreifen". Bei der Variante über Großlangheim sei zudem die zusätzliche Strecke von 3,5 km zwischen Großlangheim und Kitzingen in den Planungsprozess aufgenommen worden: "Das war ursprünglich auch nicht vorgesehen", hieß es im Gemeinderat.  Die Studie sei darüberhinaus auf Vorplanungsniveau gebracht worden, um keine technischen oder finanziellen Überraschungen zu erleben. Das Büro zeigte sich überzeugt, dass sich der höhere Aufwand auszahlen werde, da eine bessere Entscheidung getroffen werden könne.

"Es geht nicht, dass bei der Ausschreibung ein günstiges Angebot abgegeben wird und dann eine Nachforderung erhoben wird, das ist ein Frechheit", kritisierte Harry Höhn. Er räumte ein, dass die Vergleichsstudie eine "Superarbeit" sei, aber die höheren Kosten hinterher nicht hingenommen werden könnten. Reinhard Fröhlich forderte erst eine genaue Aussage, worauf die Mehrkosten basieren, bevor es ans Bezahlen gehe. Eine Abstimmung erfolgte nicht.

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