KITZINGEN

Geklaute Blumentöpfe vom Vereinsgelände

Die Einsicht ist da: "Das war schon ä weng blöd", betont der Angeklagte. Der stand vor dem Richter, bekam seine Strafe, wegen kriminellem Kleinkram.
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Symbolfoto

Die Einsicht ist da: „Das war schon ä weng blöd!“ betont der Angeklagte – was durchaus als Selbstkritik gemeint ist. Der Rentner, der früher ein Geschäft betrieb und aus dieser Zeit noch einige Kontakte hat, bekam im Spätsommer zwei mit Geranien bepflanzte Tontöpfe angeboten – und schlug zu. Wobei er sich keine Gedanken machte, woher denn die Töpfe stammen könnten.

Wenig später passierte es dann: Die Polizei war bereits auf der Suche nach den Töpfen, die von einem Vereinsgelände in Sommerach entwendet worden waren. Nachdem man bei dem Rentner fündig wurde, gab es im Grunde zwei Möglichkeiten: Entweder der 70-Jährige war selber der Dieb. Oder er hat – wie sich schnell herausstellte – geklaute Sachen gekauft, was wiederum den Tatbestand der Hehlerei erfüllt. Der Mann war also so oder so dran.

Weshalb wenig später ein Strafbefehl im Briefkasten lag. Inhalt: Der Mann sollte 1000 Euro (20 Tagessätze zu je 50 Euro) zahlen. Weil das so gar nicht seinen finanziellen Verhältnissen entsprach und seiner Meinung nach aus der Luft gegriffen war, legte der Mann Einspruch ein und die Sache landete vor dem Kitzinger Strafrichter Bernhard Böhm.

Nachdem es an dem Fall selber nicht viel herumzudeuteln gab, ging es lediglich um die Höhe der Tagessätze. 50 Euro waren eindeutig zu viel für einen, der gesundheitlich schwer angeschlagen ist und sich mit der Grundsicherung irgendwie über Wasser zu halten versucht. Weshalb die Geldstrafe auf 300 Euro gesenkt wurde, wobei es zwar bei den 20 Tagessätzen blieb, deren Höhe jedoch auf 15 Euro festgesetzt wurde.

Was den Rentner um eine Erfahrung reicher und sichtlich zufrieden von dannen ziehen ließ: „Das ist schon in Ordnung“, ließ er beim Verlassen des Gerichtssaales den Richter wissen.

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