Geiselwind

Geiselwinder Grabsteine-Prozess auf der Zielgeraden

Verfahren gegen den Freizeitland-Betreiber vor dem Abschluss: Im zweiten Anlauf werden am Freitag noch weitere Zeugen gehört. Mit einem Urteil wird gegen Mittag gerechnet.
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„Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener“ – diesem Vorwurf sieht sich Matthias Mölter, der Betreiber des Freizeit-Landes Geiselwind (Lkr. Kitzingen), ausgesetzt. Vor dem Kitzinger Strafrichter wurde der Fall Ende September aufgerollt , ohne damals allerdings ein Ende zu finden. Am Freitag, 12. Oktober, findet ab 9 Uhr die Fortsetzungsverhandlung statt.

Opas Grabstein vor dem Horrorhaus

Die Geschichte hatte deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Wie berichtet, war im Frühjahr 2017 auf dem 400 000 Quadratmeter großen Spaßpark ein Gruselhaus unter dem Namen „Dr. Lehmanns Horror-Lazarett“ als weitere Attraktion von dem neuen Besitzer aufgebaut worden. Ein paar Monate später – im August – war eine 13-Jährige aus dem oberfränkischen Landkreis Lichtenfels auf Ministrantenausflug in dem Park. Als das Mädchen vor dem Horrorhaus den Grabstein ihres 1996 verstorbenen Opas sah , traute sie ihren Augen nicht.

Einspruch gegen Strafbefehl eingelegt

Die Witwe des Toten hatte nach der Grabauflösung den Gedenkstein zur Entsorgung an einen Steinmetz, den Onkel des Parkbetreibers, übergeben. Dieser verkaufte den Stein sowie sieben weitere an den Freizeitpark. Dort landeten die echten Grabsteine als gruselige Dekoration vor dem „Horrorhaus“.

Per Strafbefehl hätte der Parkbetreiber 4000 Euro an eine gemeinnützige Organisation sowie 1000 Euro an die Familie der 13-Jährigen zahlen sollen. Dagegen wurde jedoch Einspruch eingelegt, weshalb es zur Verhandlung am Kitzinger Amtsgericht kam. Da Zeugen fehlten – darunter der Steinmetz – gibt es nun einen weiteren Anlauf.



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