GEISELWIND

Geiselwind verteilt Wasserkosten

Bei der Finanzierung der 2,5 Millionen Euro teuren Verbesserung der Wasserversorgung will die Gemeinde Geiselwind den Grundstückseigentümern entgegenkommen.
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In manchen Haushalten in Sendelbach und Lohr hat das Leitungswasser derzeit einen seltsamen Geruch. Der Grund ist ein neues Mittel, das die Stadtwerke zur Chlorung des Wassers einsetzen. Es wirkt besser und löst Rückstände in den Leitungen auf. Foto: FOTO Borucki

Bei der Finanzierung der 2,5 Millionen Euro teuren Verbesserung der Wasserversorgung will die Gemeinde Geiselwind den Grundstückseigentümern entgegenkommen: Statt sie für die Baumaßnahme komplett zur Kasse zu bitten, sollen die Eigentümer 88 Prozent der Investition als Verbesserungsbeitrag tragen, der Rest würde über eine Gebührenerhöhung gedeckt. Das Ganze ist noch nicht spruchreif: Der Gemeinderat hat das Thema vertagt, bis über das Bürgerbegehren zur Wasserbeitragssatzung entschieden ist.

Das schwierige Thema führte zu einem Missverständnis in einem Bericht dieser Zeitung („Bürgerbegehren wird geprüft“ vom 23. September). Darin fiel die Tatsache unter den Tisch, dass die Gemeinde Geiselwind eine Lösung anstrebt, die sich ein Stück weit der Kostenverteilungsforderung des Bürgerbegehrens nähert. Das Begehren, dessen Ziele von 421 Bürgern per Unterschrift unterstützt wird, will die Kosten zu 70 Prozent über Beiträge der Eigentümer und den Rest über die Wassergebühren decken.

Zu den jeweiligen Positionen legte die Verwaltung eine vorläufige Berechnung der Kosten vor. Danach käme bei dem 88-zu-12-Prozent-Modell der Gemeinde auf die Bürger eine Erhöhung der Wassergebühren von fünf Cent (oder zwei Prozent) pro Kubikmeter zu. Beim Bürgerbegehren wäre das laut Berechnung der Verwaltung eine Verteuerung um drei Prozent, gleich sieben Cent je Kubikmeter.

Ein anderer (als in der Zeitung fälschlicherweise mit dem Namen von Verwaltungsleiter Wilfried Hack verbundener) Blick auf die Planung zur Wasserversorgung ergibt sich bei Betrachtung der Grundstücke. Der Gemeinderat hat per Beschluss (mit neun gegen fünf Stimmen) Randflächen im Bereich des Freizeitparks aus den Bebauungsplänen herausgenommen und damit auch aus der Bemessung der Beitragsfestsetzung.

Logische Folge wäre gewesen, dass der Anteil der Grundeigentümer gestiegen wäre. Dies schloss der Gemeinderat mit seinem Beschluss allerdings aus. Was durch die fehlenden Flächen an Einnahmen fehlt, wird über die leichte Gebührenerhöhung ausgeglichen und damit auf alle Schultern verteilt. Welche Kosten zur Wasserversorgung letztlich und nach welchem Modell verteilt werden, hängt vom Bürgerbegehren zur Beitragssatzung ab.

Über dessen Zulässigkeit muss laut Bürgermeister Ernst Nickel bis spätestens 21. Oktober eine Entscheidung gefallen sein.

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