Volkach
Finale

Gehofft, gebangt, gejubelt, gefeiert

Auch im Landkreis Kitzingen fieberten die Fans des FC Bayern München und Borussia Dortmund mit ihren Helden. Während in Stadelschwarzach nach dem Schlusspfiff nur noch Jubel war, floss in Volkach so manche Träne...
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Wenn es um Fußball geht, werden auch Fremde zu Freunden. So ging es jedenfalls der Familie Franz aus Obertheres, die auf ihrer Wohnwagen-Tour Station in Volkach machte - schließlich wollte Familienoberhaupt Peter auf keinen Fall das deutsch-deutsche Finale der Champions League-Saison 2013 verpassen. Unter all den Gleichgesinnten im Volkacher Hinterhöfle fühlte er sich mit Enkel Stevin direkt wohl - wenngleich er, zusammen mit den überwiegend schwarz-gelb gekleideten Gästen, im Verlauf des Abends nicht mehr allzu viel zu jubeln hatte...

Dortmunder in der Überzahl

Die Stimmung war trotzdem bestens, so dass sich auch die beiden Damen Thekla und Birgit sowie Herbert Franz direkt wohlfühlten.
"Es ist viel schöner und die Atmosphäre ist viel besser, wenn in einer größeren Truppe gefeiert wird", waren sie sich einig.
Für vier Tage weilt außerdem Detlev aus Münster an der Mainschleife - und wer geografisch auch nur ein bisschen bewandert ist, kann sich vorstellen, für welches der beiden Final-Teams sein Herz schlägt. Der Borussen-Fan ist zwar eigentlich zum Radfahren hier, das Spiel der Spiele wollte er aber unbedingt sehen. "Ich dachte, dass ich hier der einzige Dortmund-Fan bin", wundert er sich über den fehlenden, bayerischen Lokalpatriotismus. "Dass so viele Borussia-Fans hier sind, hat mich doch ein wenig überrascht", erklärte er. Anders war das in Stadelschwarzach: Dort sah man beim Public Viewing fast ausschließlich Rotweiß...

Am Ende sind alle zufrieden

Letztendlich trat dann das ein, was sich alle Anwesenden vor dem Anpfiff gewünscht hatten: ein schnelles und spannendes Fußballspiel mit schönen Toren und vielen Strafraumszenen zu sehen. Man konnte die Anspannung förmlich spüren und es wurde über jede Spielzug und Schiedsrichterentscheidung ausgiebig diskutiert - da gingen die Meinungen das ein oder andere Mal auch gehörig auseinander. Große Ernüchterung gab es beim Dortmunder Anhang im Hinterhöfle-Keller, als die Bayern mit 1:0 in Führung gingen. Keine Diskussion hingegen gab es beim Elfmeter für die Dortmunder. "Da hat sich der Dante sehr dumm angestellt", sprach einer der wenigen Bayern-Fans allen anderen aus dem Herzen. Nur zwanzig Minuten später wurde der Fußballgott dann aber scheinbar doch zum Bayer und hatte ein Einsehen mit Arjen Robben, der im "Finale dahoam" 2012 noch so jämmerlich versagt hatte.
"Wir haben den Pott", sangen die Rotweißen, und als der erste Schock über die Dortmunder Niederlage verdaut war, feierten auch die Borussia-Fans mit.

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