Albertshofen

Gehen in Albertshofen bald die Lichter aus?

Die probeweise Abschaltung der Straßenbeleuchtung in der Nacht beschäftigt die Bürger
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Alle Sitzplätze besetzt, das gab es schon lange nicht mehr in einer Albertshöfer Bürgerversammlung. Dafür sorgte das Vorhaben des Gemeinderats, vorerst probeweise bis zur Kirchweih die Straßenbeleuchtung von Mitternacht bis vier Uhr abzuschalten. Foto: Hartmut Hess

Das hat es in Albertshofen noch nicht gegeben, dass noch zusätzliche Stühle beigeschafft werden mussten, um genügend Sitzplätze für eine Bürgerversammlung zu haben. Erstens lag es daran, dass die Gemeinde wegen der Gartenlandhalle-Baustelle ins Feuerwehrgerätehaus ausweichen musste. Zweitens waren heuer mit 90 Bürgern mehr gekommen als in der Vergangenheit, was Bürgermeister Horst Reuther darauf zurückführte, dass die geplante Abschaltung der Straßenbeleuchtung in der Nacht die Bürger sehr beschäftigt – womit er Recht behalten sollte.  

Denn die Frage der zeitweisen Abschaltung der Straßenbeleuchtung zu nächtlicher Stunde mobilisierte die Bürger. Erst vergangene Woche hatte der Gemeinderat beschlossen, ab dem 16. Oktober bis zur Kirchweih probeweise in den Nachtstunden von Mitternacht bis vier Uhr das Licht abzuschalten, um Kosten und Energie zu sparen. Die Bürger sollten ihre Meinung kundtun, dann werde der  Gemeinderat entsprechend entscheiden.

300 Unterschriften gegen die Abschaltung

Ratsmitglied Julian Philp informierte, dass sich Leute zu einer "kleinen Petition" formiert haben und inzwischen 300 Bürger gegen die Abschaltung unterschrieben hätten, die Philp am Dienstag dem Bürgermeister überreichte. Luisa Kraus gab zu bedenken, dass sie und andere junge Frauen sich unwohl fühlen würden beim Nachhausegehen in völlig dunklen Straßen.

Pfarrer Otto Gölkel monierte, dass mit dem Pressebericht aus dem Gemeinderat und den Durchsagen über die Ortsrufanlage nicht alle Bürger erreicht worden seien, "auch ich bin erst durch das Flugblatt der Gemeinderäte Barbara Hügelschäffer und Gerhard richtig auf das Thema aufmerksam geworden", erklärte der Geistliche. Mehrere Bürger sprachen sich klar gegen die Nachtabschaltung aus, der Bürgermeister brachte Verständnis für das "objektive und subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger" auf. Er betonte, dass es sich bislang nur um eine Probe handle und der Gemeinderat noch nichts beschlossen habe. Nun soll die Probephase bis zur Kirchweih laufen und möglichst alle Bürger sollten ihre Meinung dazu kundtun. Danach fälle das Ratsgremium seine Entscheidung. 

Lesen Sie hier den Kommentar unseres Autoren zum Thema: Sicherheit ist wichtiger als Geldsparen

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