WIESENTHEID

Gegenkandidat: Noch bleibt Knaier gelassen

Die Bekanntgabe von Harald Rößner als Bürgermeisterkandidat des Bürgerblocks in Wiesentheid, der bei den Kommunalwahlen im März 2014 antreten soll, hat für Gesprächsstoff und Erstaunen in der Marktgemeinde gesorgt.
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Den Bürgermeisterposten im Blick: Harald Rößner (rechts) vom Bürgerblock tritt 2014 gegen den amtierenden Bürgermeister Werner Knaier (CSU) an. Ende Oktober stellte Rößner sich im evangelischen Gemeindezentrum in Wiesentheid vor – im Bild mit dem ehemaligen Bürgermeister Walter Hahn (links). Foto: Foto: A. Stöckinger

Die Bekanntgabe von Harald Rößner als Bürgermeisterkandidat des Bürgerblocks in Wiesentheid, der bei den Kommunalwahlen im März 2014 antreten soll, hat für Gesprächsstoff und Erstaunen in der Marktgemeinde gesorgt.

Kürzlich ließ die Gruppierung der Freien Wähler mit Rößners Nominierung eine Katze aus dem Sack, die früher zum Revier der Christlich Sozialen gehörte. Rößner will Amtsinhaber Werner Knaier (CSU) nun den Bürgermeisterstuhl streitig machen.

Nicht nur in Wiesentheid sei er, so Rößner, von vielen Personen auf die Entscheidung angesprochen worden. Wie reagieren andere Personen aus der Ortspolitik, künftige Gegner, auf den Bewerber? „Die Überraschung ist dem Bürgerblock sicherlich gelungen“, kommentierte etwa der FDP-Kreisvorsitzende und Wiesentheider Hans Müller, ebenso früherer CSUler.

Schließlich kämpft mit Harald Rößner nun jemand um den Posten, der bis zu den letzten Wahlen 2008 als Fraktionskollege für die CSU an der Seite von Knaier im Ratsgremium saß. Rößner hatte sich damals nicht mehr zur Wahl gestellt. Zwei Jahre später, 2010, gab er sein Christlich Soziales Parteibuch ab, weil er manche Entscheidungen der Partei auf höherer Ebene nicht nachvollziehen konnte, wie er bei seiner Vorstellung sagte. Die Frage ist auch, ob es wie 2008, als neben Knaier noch Heinrich Wörner (Bürgerblock), Wolfgang Stöcker (Christliche Wählergemeinschaft) und Hans Müller (FDP) auf dem Stimmzettel standen, auch 2014 weitere Bewerber geben wird.

Damals hatte sich der CSU-Mann Knaier in der Stichwahl relativ deutlich mit 56 Prozent der Stimmen gegen Heinrich Wörner von den Freien durchgesetzt. Erstmals holte er für die Christsozialen überhaupt den Bürgermeisterposten in der 5000-Einwohner-Gemeinde.

Amtsinhaber Werner Knaier gab zu, dass er die Nominierung „nicht so erwartet“ habe. Er habe zudem nicht gewusst, dass Rößner aus der CSU gänzlich ausgetreten sei. 2008 habe Rößner freiwillig und mit dem Hinweis auf seine weitere Verpflichtungen auf eine erneute Kandidatur für den Gemeinderat verzichtet.

„Ich bleibe gelassen und werde die Politik der letzten vier Jahre fortführen.“

Werner Knaier Bürgermeister Wiesentheid

Für ihn, Knaier, stelle sich die generelle Frage, ob es einen sachlichen Grund gebe, den Bürgermeister auszutauschen. Ins gleiche Horn stieß Otto Hünnerkopf, CSU-Landtagsabgeordneter, Kreisvorsitzender, Gemeinderat und, wie Rößner, aus dem Wiesentheider Ortsteil Untersambach. „Der Bürgermeister macht erfolgreich Politik, warum braucht man einen anderen? Ich frage mich, ob das sein muss“. Hünnerkopf verwies in dem Zusammenhang darauf, dass die CSU auf einen Gegenkandidaten bei der Landratswahl verzichtet habe, der mit Tamara Bischof (Freie Wähler) konkurriert hätte.

Vor allem vom frühen Zeitpunkt der Bekanntgabe des Bewerbers zeigte sich Wiesentheids zweiter Bürgermeister Wolfgang Stöcker überrascht. Dass ausgerechnet Rößner nun als Gegenkandidat der CSU antritt, habe ihn irritiert. „Wir waren lange im Gemeinderat und haben recht gut zusammen gearbeitet. Differenzen gab es nicht.“ Dass Rößner sich nun für den Bürgerblock aufstellen ließ, habe ihn verwundert. Andererseits sei es eben Demokratie, dass der Wähler auch die Wahl habe.

Amtsinhaber Knaier betrachtet die Situation ohne Hektik. Er sehe keine großen Fehler in seiner bisherigen Amtszeit. „Ich bleibe gelassen, werde es auf mich zukommen lassen und werde die Politik der letzten vier Jahre fortführen.“ Er wisse, dass die Wahl eine reine Persönlichkeitswahl sei, bei der die Parteipolitik an die zweite Stelle trete, so Knaier.

Mit Hans Müller will sich ein Mann, mit dem Knaier nicht gerade das beste Verhältnis hat, zukünftig wieder verstärkt in der Ortspolitik melden und engagieren. Müller sagte auf Nachfrage, dass er Harald Rößner „voll und ganz unterstützen“ werde. Als Bürgermeister-Kandidat werde er selbst 2014 nicht ins Rennen gehen. Jedoch wolle er sich nach seiner selbst gewählten kommunalpolitischen Auszeit wieder für den Gemeinderat bewerben.

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