Prichsenstadt

Gegendemo angekündigt: Höcke kommt nach Prichsenstadt

Nach dem Auftritt vor zwei Wochen ist die AfD erneut in der Halle des TSV Prichsenstadt zu Gast: Im August soll Björn Höcke kommen. Derweil ist der TSV-Vorsitzende zurückgetreten.
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In der Halle des TSV Prichsenstadt traf sich Mitte Juli die AfD-Jugend.

Erneut sorgt die AfD in Prichsenstadt (Lkr. Kitzingen) für Gesprächsstoff. Vor nicht einmal zwei Wochen war die umstrittene Jugendorganisation der Partei in der Sporthalle des TSV Prichsenstadt zu Gast. Nun hat die AfD für den 9. August eine Wahlkampfveranstaltung mit Björn Höcke in der TSV-Halle angekündigt. Dabei wird es wohl zu Gegenprotesten kommen.

Wie am Dienstag bekannt wurde, wollen die Jusos eine Kundgebung unter dem Motto „Prichsenstadt sagt Nein zur AfD“ organisieren. „In der Hoffnung, aus der örtlichen Zivilgesellschaft würde sich Protest regen“ habe die SPD-Jugend bereits vor der Veranstaltung der „Jungen Alternative“ Flugblätter mit der Aufschrift „Kein Fußbreit dem Faschismus!“ und „Stoppt die AfD“ in mehrere Briefkästen in Prichsenstadt geworfen. Zu Protesten war es vor der Halle allerdings nicht gekommen.

TSV-Vorstand aus „persönlichen Gründen“ zurückgetreten

Das soll sich nach Willen der Jusos nun ändern. In einer E-Mail an diese Redaktion rief zudem der Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde Iphofen (Lkr. Kitzingen), Hanjo von Wietersheim, dazu auf, den Protest gegen die AfD zu unterstützen – ohne sich allerdings auf die SPD-Jugend direkt zu beziehen.

Unterdessen ist der Erste Vorstand des TSV Prichsenstadt, Thomas Uhl, zurückgetreten. Aus „persönlichen Gründen“, wie er sagt. Mit der AfD habe das nichts zu tun, betont er auf Nachfrage. Allerdings berichtet er von Anfeindungen gegen ihn, die ihn nicht aus Vereinskreisen, sondern vor allem „von außerhalb“ über Facebook erreicht hätten. Uhl hatte die Entscheidung, die Halle an die AfD zu vermieten, zuletzt verteidigt. Schließlich zahle die AfD Miete und erst im April hätte in einer Jahreshauptversammlung des Vereins die große Mehrheit der Stimmberechtigten dafür votiert, die Halle „an politische Parteien“ zu vermieten. Und die AfD sei nun einmal „eine demokratisch legitimierte Partei“, schob Uhl damals hinterher.

AfD war schon häufiger in TSV-Halle zu Gast

Erstmals hatte der Sportverein seine Halle der AfD im November 2016 vermietet. Damals war der umstrittene Publizist Jürgen Elsässer aufgetreten. Im Mai 2017 startete die unterfränkische AfD in Prichsenstadt in den Bundestagswahlkampf . Hauptredner damals: Höcke-Unterstützer André Poggenburg. Knapp 100 Menschen hatten damals vor der Halle gegen die Veranstaltung demonstriert.

Prichsenstadts Bürgermeister René Schlehr (CSU) zeigte sich im Telefonat mit dieser Redaktion überrascht von den jüngsten Entwicklungen. Wenn ein Ehrenamtlicher von einem Vereinsposten zurücktrete, sei das immer bedauerlich, so Schlehr. Die Hintergründe kenne er nicht. Dass Höcke in der TSV-Halle sprechen soll, habe er erst am Dienstagmorgen erfahren, so der Bürgermeister weiter. Öffentlich wollte er sich dazu nicht äußern.



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