NEUSES AM SAND

Gedenktafel erinnert an Politiker Friedrich Funk

Der CSU-Politiker Friedrich Funk war ein Politiker der ersten Stunde: Der Neuseser war Mitglied im ersten Deutschen Bundestages - und blieb es bis zu seinem Tod.
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Gedenktafel Friedrich Funk in Neuses am Sand. Foto: Foto: Hans Rössert

Ein war ein Politiker der erste Stunde in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland: Friedrich Jakob Funk aus Neuses am Sand wurde 1948 als parteiloser Kandidat in den Kreistag des damaligen Landkreises Gerolzhofen gewählt. Zu seinem Gedenken wurde nun im Friedhof in Neuses am Sand eine Gedenktafel aufgehängt.

Bayerische Verdienstorden

Funk trat 1949 nach seiner Aufstellung als Bundestagskandidat der CSU bei und gehörte dem Deutschen Bundestag seit dessen erster Wahl 1949 bis zu seinem Tod am 5. August 1963 an. Stets wurde er im Wahlkreis Schweinfurt direkt ins Parlament gewählt. 1953 bis 1957 war er stellvertretender Vorsitzender der CSU-Landesgruppe in der CDU/CSU-Fraktion. Von 1957 bis zu seinem Tod war er stellvertretender Vorsitzender des Petitionsausschusses des Bundestages. Den Bayerischen Verdienstorden erhielt er 1963.

Friedrich Funk wurde am 3. Oktober 1900 in Neuses am Sand, jetzt ein Stadtteil von Prichsenstadt, geboren. Trotz seines jungen Alters wurde er Soldat und musste in den Ersten Weltkrieg ziehen. Anschließend studierte er Landwirtschaft in München und Hohenheim und beendete das Studium als Diplom-Landwirt. 1932 übernahm er den elterlichen Pachthof in Neuses am Sand, den er 1936 erwarb. Funk ruht auf dem kleinen Friedhof in Neuses am Sand. Das Grab wurde allerdings vor Jahren aufgelöst.

Der CSU-Ortsverband Prichsenstadt ließ nun in einer Feier eine Gedenktafel an der Friedhofsmauer anbringen, um an den Politiker zu erinnern. CSU-Ortsvorsitzender Harald Eger mahnte in seiner Begrüßung an, dass gegen die momentanen Auswüchse in der politischen Parteienwelt und der Umgang untereinander angegangen werden müsse. Dafür sollten sich alle einsetzen. Schließlich habe Friedrich Funk zu Lebzeiten ein Beispiel gegeben.

Bundesminister a.D. Michael Glos erinnerte an den ehemaligen Politiker als guten Vertreter des Volkes. In schwierigen Zeiten habe man damals die Demokratie wieder hoffähig gemacht. Immer wieder habe sich Funk für seine Mitmenschen eingesetzt und oft in ausweglosen Situationen geholfen. Lothar Voltz, ehemaliger stellvertretender Landrat, lernte Funk als 17-Jähriger kennen und schätzen, da er wiederholt auf dem Bauernhof der Familie Voltz zu Gast war.

Kirchlicher Segen

Heinrich Wörner, stellvertretender Bürgermeister in Wiesentheid, dessen Eltern Nachbesitzer des Gutshofes in Neuses am Sand waren, dankte an der Gedenktafel auch im Namen seines Bruders Albrecht. Dessen Sohn Harald führt den Gutshof nun in dritter Generation. Pfarrer Erich Eyßelein segnete die Gedenktafel und wünschte sich viele Politiker mit einer solchen Standhaftigkeit, wie sie Funk besessen hatte.

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