Kitzingen

Geburtstag an Weihnachten: Raclette fürs Kitzinger Christkind

Entbinden an Heiligabend – Eigentlich war es für Verena Knüpfing ein Horror-Szenario. Doch warum es für sie die schönste Geburt überhaupt wurde, erzählen sie und ihre Hebamme.
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Hebamme Eva Lamberski (links) mit Verena Knüpfing, die vor zwölf Jahren an Heiligabend ihren Sohn David bekam. Foto: Lukas Kutschera
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Für viele Eltern ist es wohl eine Horror-Vorstellung: Weihnachten  und Kindergeburtstag an einem Tag organisieren. Daran muss auch Verena Knüpfing aus Kitzingen denken, als sie vor zwölf Jahren mit ihrem zweiten Kind David schwanger ist. "Eigentlich war der 14. Dezember 2007 als Geburtsdatum ausgerechnet", sagt sie heute. Doch es kommt anders. Erst am 23. setzen die ersten Wehen ein. Am Abend fährt Verena Knüpfing in die Klinik Kitzinger Land. Aber wieder lässt sich David Zeit. "Morgens an Heiligabend ging's dann so richtig los", sagt sie. Um 15.34 Uhr hält sie das für sie schönste Weihnachtsgeschenk überhaupt in ihren Armen.

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Mit dabei ist damals Eva Lamberski. Seitdem muss die Kitzinger Hebamme jedes Weihnachten an David und seine Mutter denken. In ihren 35 Jahren im Beruf half sie etwa zehn "Christkindern" auf die Welt. Doch Davids Geburt war für Eva Lamberski besonders. "Verena und ich kennen uns schon gut 20 Jahre", sagt sie. Während der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett – bei allen drei Kindern hat die Hebamme Verena Knüpfing begleitet. In Erinnerung blieb ihr aber vor allem, wie sehr Verena Knüpfing gerade nicht an Weihnachten entbinden wollte.

Weihnachten im Krankenhaus: "Es war aber wirklich die schönste Geburt"

"Ich kam dann am 24. auf die Arbeit und sah Verena im Kreißsaal", sagt die Hebamme und lacht. "Während der Schwangerschaft hatten wir immer Witze über das Szenario gemacht." Verena Knüpfing hatte zu dem Zeitpunkt ja schon ein Kind und wollte Weihnachten eigentlich zuhause feiern. "Und Weihnachten und Kindergeburtstag an einem Tag ist einfach unpraktisch", sagt die Mutter.

Trotzdem meint Verena Knüpfing: "Es war aber wirklich die schönste Geburt." Im Krankenhaus machen sie es sich damals gemütlich, auch wenn ihr Ehemann nicht während der Entbindung dabei sein kann. Er passt zuhause auf ihren ältesten Sohn Max auf. Nach der Geburt kommen die beiden dann nach. Sogar die Oma fährt aus der Rhön ins Krankenhaus. "Bei uns im Erholungszimmer feierten sie dann Weihnachten", erinnert sich Eva Lamberski.

Schwierigkeit: Geburtstag und Heiligabend unter einem Hut bekommen

Heute ist es jedes Mal eine Herausforderung, Heiligabend und Davids Geburtstag unter einen Hut zu bekommen. "Der Klassiker war eigentlich immer, dass wir mittags Kaffee machen und abends normal Heiligabend feiern", sagt Verena Knüpfing. Geschenke gibt es dann zweimal. Manche Wünsche lassen sich aber an Heiligabend schlichtweg nicht erfüllen. "Heuer wollte David Bowlen gehen", sagt sie. "Aber das Bowling-Center hat an seinem Geburtstag zu." Am ersten Weihnachtsfeiertag werden sie es dann nachholen.

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Schwierig gestaltet es sich auch, einen Kindergeburtstag für David und seine Freunde zu organisieren. Dieser ist die vergangenen Jahre auf der Strecke geblieben. "Die meisten haben über die Feiertage keine Zeit", erklärt Verena Knüpfing. Trotzdem freut sich David jedes Jahr auf Weihnachten und seinen Geburtstag. "Er kennt es ja nicht anders", sagt seine Mutter. Und eins ist jedes Jahr klar: "An Heiligabend gibt's immer Raclette. Das wünscht sich unser Christkind", sagt Verena Knüpfing und lächelt.

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