Kitzingen

Ganz genau hinhören

Es kann bellend sein. Oder keuchend. Trocken oder richtig schleimig. Husten hat viele Töne. Nicht bei allen ist gleich Alarmstufe Rot angesagt. Bei einigen aber auf jeden Fall. Vor allem chronischer Husten kann gefährlich werden. Er ist nicht nur ein Indiz für Lungenprobleme, sondern kann auch auf andere Krankheiten hindeuten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Sie hören genau hin, um die Ursache für jeden chronischen Husten zu finden: Oberärztin Stefanie Held (Internistin/Pulmologin) und Dr. Wolfgang Karmann, Chefarzt Innere Medizin/Kardiologie der Klinik Kitzinger Land, sind ein fachkundiges Team. Foto: Foto: Diana Fuchs

Es kann bellend sein. Oder keuchend. Trocken oder richtig schleimig. Husten hat viele Töne. Nicht bei allen ist gleich Alarmstufe Rot angesagt. Bei einigen aber auf jeden Fall. Vor allem chronischer Husten kann gefährlich werden. Er ist nicht nur ein Indiz für Lungenprobleme, sondern kann auch auf andere Krankheiten hindeuten.

Beim 2. Kitzinger Lungentag am Samstag, 26. September, erklären Fachleute in der Klinik Kitzinger Land, wann Vorsicht geboten ist, wie man Erkrankungen möglichst frühzeitig entdeckt und behandelt. Dr. Wolfgang Karmann, Chefarzt Innere Medizin und Kardiologie an der Klinik Kitzinger Land, lädt zusammen mit Oberärztin und Pulmologin Stefanie Held, die sich in der renommierten Münnerstadter Klinik in Sachen Lungenheilkunde fortgebildet hat, alle Interessierten zu einem Vormittag ein, nach dem jeder tief durchatmen kann.

FRAGE: „Chronischer Husten – nur ein lästiges Symptom?“ So heißt das Thema des Lungentages. Wie lautet Ihre Antwort?

Dr. Stefanie Held: Ganz klar: Eine gesunde Lunge und gesunde Bronchien husten nicht. Wenn Husten auftritt, ist etwas nicht in Ordnung. Grippale Infekte klingen normalerweise nach wenigen Wochen ab. Alles, was acht Wochen und länger dauert, sollte man jedoch nicht bagatellisieren, sondern vom Arzt untersuchen lassen. Husten kann natürlich auf eine Lungenkrankheit hindeuten, aber gar nicht selten ist er auch eine Folge von Erkrankungen anderer Organsysteme.

Welche Organe können denn das sein?

Held: Zum Beispiel das Herz. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz füllt sich die Lunge oft mit Wasser; diesen „Fremdkörper“ versucht der Patient loszuwerden: Er hustet. Ein dauerhafter Husten kann auch auf Tumore hindeuten – hier ist eine frühe Diagnose ganz besonders wichtig, denn sie steigert die Überlebens-Chancen enorm. Auch weniger bedrohliche Probleme wie Krankheiten im Hals-Nasen-Ohren-Bereich oder Sodbrennen können Husten auslösen.

Sodbrennen kann die Ursache sein?

Held: Ja. Wenn Magensäure in die Speiseröhre fließt, kann ein Teil auch in die Luftröhre gelangen. Betroffen sind zum Beispiel Sportler, besonders oft Läufer. Sodbrennen kann zu chronischem Husten führen.

Wenn jemand mit Dauerhusten zu Ihnen kommt, wie finden Sie dann heraus, was die Ursache für sein individuelles Leiden ist?

Held: Zuerst gibt es die so genannte Anamnese, also ein ausführliches Gespräch. Indem man analysiert, wann, wo und wie der Husten auftritt, kann man schon viel herausfinden. Außerdem gibt es natürlich ganz unterschiedliche Untersuchungsmethoden.

Dr. Wolfgang Karmann: Die Diagnostik ist viel reichhaltiger und aufwändiger als früher. Meistens bleibt der Patient ein paar Tage in der Klinik und wird umfassend untersucht. Bevor man nicht alle gravierenden Krankheiten ausgeschlossen hat, lässt man den Patienten nicht gehen.

Können Sie ein Beispiel nennen, wie der Klinikaufenthalt bei unklarem Krankheitsbild abläuft?

Held: Vor kurzem kam ein Mann zu uns, der unter sehr trockenem Husten litt, diesen aber eine ganze Weile nicht ernst genommen hatte. Das Röntgenbild der Lunge war auffällig, aber eine normale Lungenentzündung konnten wir ausschließen. Die Untersuchungen anderer Fachgebiete brachten auch kein eindeutiges Ergebnis. Deshalb machten wir eine Bronchien-Spiegelung mit so genannter Bronchien-„Waschung“, bei der Sekret entnommen und im Labor untersucht wird. Es stellte sich heraus, dass der Mann eine seltene und ganz spezifische Lungenerkrankung hatte, die aber auf Kortison sehr gut ansprach. Schon nach zwei Tagen ging es ihm viel besser.

Das heißt, in der Klinik wird fachgebietsübergreifend zusammengearbeitet?

Karmann: Natürlich. Internisten, Lungen- und Herz-Experten, Neurologen, Gastroenterologen und auch Physiotherapeuten arbeiten Hand in Hand. Mit dem Thorax-Chirurgen der Uniklinik Würzburg, Dr. Thomas Hoppert, haben wir nun zudem einen Spezialisten für Lungen-OPs.

Held: Natürlich braucht aber nicht jeder Patient eine OP. Manchmal helfen Medikamente, Atem- und bei Bedarf Schmerztherapeuten.

Was ist das Ziel Ihres Lungentages?

Held: Wir wollen die Menschen sensibilisieren: Bei chronischem Husten ab zum Arzt!

2. Kitzinger Lungentag

Programm: Von 9 bis 12 Uhr gibt es in der Klinik Kitzinger Land (Gemeinschaftsraum) am Samstag, 26. September, ein buntes Informationsprogramm rund um chronischen Husten, dessen Ursachen/Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten.

Referenten: Die Referenten sind Stefanie Held (Internistin, Pulmologin), Dr. Wolfgang Karmann (Chefarzt Innere Medizin), Dr. Katharina Geuder (Internistin, Gastroenterologin) und Physiotherapeutin Amelie Dornberger.

Eintritt: Der Eintritt ist frei. Es gibt Tickets für kostenloses Parken.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren