REPPERNDORF

GWF setzt auf ihre starken Marken

Einfach waren die beiden letzten Jahre für die Fränkischen Winzer nun wahrlich nicht: Die Frostnacht Anfang Mai 2011, vier verregnete Monate am Stück, die Finanzkrise – manch ehrgeiziges Ziel ist da den Bach runtergegangen.
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Einfach waren die beiden letzten Jahre für die Fränkischen Winzer nun wahrlich nicht: Die Frostnacht Anfang Mai 2011, vier verregnete Monate am Stück, die Finanzkrise – manch ehrgeiziges Ziel ist da den Bach runtergegangen.

Besonders gefordert war auch die Winzergemeinschaft Franken (GWF), die 2400 Winzer vertritt und die geringen Weinmengen der Jahre 2010 und 2011 so sinnvoll wie möglich zu vermarkten hatte. „Die Vergangenheit abhaken und nach vorne schauen“ – unter diesem Motto steht denn auch die durchwachsene GWF-Bilanz für das Jahr 2012: Der Umsatz des im Kitzinger Stadtteil Repperndorf ansässigen Unternehmens ging mit 33,7 Millionen Euro um 4,3 Prozent zurück – bei einem Minus von 13,8 Prozent der vermarkteten Menge.

„Zwei Millionen Liter fehlender Wein schlagen natürlich auf die Erlöse durch“, erklärte Michael Schweinberger, der Geschäftsführende Vorstand, auf Anfrage dieser Zeitung. Deshalb sind die Erträge aus der Offenweinvermarktung um 70 Prozent gesunken, das Mengengeschäft mit den Discountern um 22 Prozent. „Dort sind die Margen am niedrigsten. Und man wusste dort um unsere schwierige Situation, hat Verständnis“, so Schweinberger. Er ist sicher, dass das Geschäft mit Aldi, Norma und Metro wieder deutlich anzieht.

Nach der guten Ernte 2012 stehen die Zeichen generell auf Erholung: Denn im zweiten Halbjahr stand ja auch schon ein Zuwachs von sechs Prozent in den Büchern, begünstigt durch das gute Geschäft mit dem Federweißen: Fast 700 000 Liter wurden 2012 verkauft, im Vergleich zu 100 000 Litern im Jahr zuvor.

In 180 Coffeeshops

Auch im Ausland konnte die Winzergemeinschaft Franken im abgelaufenen Jahr punkten. Dank eines Großauftrages aus Japan stieg der Exportumsatz auf knapp 500 000 Euro. „Mit den Japanern macht es Spaß, sie sind treue Kunden“, so Schweinberger. Im „Land der aufgehenden Sonne“ werde in 180 Coffeeshops Frankenwein im Bocksbeutel angeboten, jetzt soll sogar ein zweiter Bocksbeutel hinzukommen.

„Daumen hoch“ heißt für 2013 die Devise bei der Winzergemeinschaft Franken: Absatzmenge und Umsatz sollen deutlich gesteigert, vakante Stellen wieder besetzt werden. Bei der Vermarktung setzt man besonders auf starke Marken wie „die jungen frank'n“ und die Linie „WeinGalerie“.

Was die Erlöse für die Winzer angeht, ist Schweinberger zurückhaltend, bittet um Geduld bis zum Auszahlungstermin im Sommer. „Ich mag nicht mit Zahlen nach draußen gehen, die dann nicht stimmen.“ Aber das Ziel, 10 000 Euro plus x pro Hektar, gelte unverändert, soll möglichst bald erreicht werden. In diesem Sommer allerdings, soviel ist klar, wird es damit noch nichts.

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