KITZINGEN

GWF geht wieder auf Wachstumskurs

Nach der guten Erntemenge im vergangenen Herbst von 11,7 Millionen Litern (2011: 8,5 Mio) blickt die Winzergemeinschaft Franken (GWF) wieder zuversichtlich in die Zukunft. Mehr Umsatz, eine erneute Qualitätssteigerung und der Ausbau der guten Marktposition sind Ziele, die Geschäftsführer Michael Schweinberger bei der Bilanz-Pressekonferenz am Dienstag formulierte (wie berichtet).
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Erfolgreich: GWF-Kellermeister Eugen Koch (links) und Winzer Alfons Full aus Retzstadt. Foto: Foto: GWF
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Nach der guten Erntemenge im vergangenen Herbst von 11,7 Millionen Litern (2011: 8,5 Mio) blickt die Winzergemeinschaft Franken (GWF) wieder zuversichtlich in die Zukunft. Mehr Umsatz, eine erneute Qualitätssteigerung und der Ausbau der guten Marktposition sind Ziele, die Geschäftsführer Michael Schweinberger bei der Bilanz-Pressekonferenz am Dienstag formulierte (wie berichtet).

Die Voraussetzungen sind gut, nach 33,5 Millionen Euro Umsatz 2012 (2011: 35,2) die Trendwende zu schaffen. Der Mitarbeiterstand wurde fast gehalten (127/zwei Altersabgänge), das vergangene Jahr zum Abbau von Überstunden genutzt. „Mit unserem Kellermeister-Projekt wollen wir noch eine Qualitätssteigerung schaffen, die extra honoriert wird“, verdeutlicht Schweinberger.

Erfolg in London

Sozusagen als Lehrbeispiel könnte der Erfolg von Winzer Alfons Full aus Retzstadt und GWF-Kellermeister Eugen Koch dienen: Deren 2011er Silvaner Spätlese vom Retzstadter Langenberg wurde dieser Tage bei der „International Wine Challenge 2013“ (IWC) in London mit einer Goldmedaille und drei Sonderpreisen (German White Trophy, International Silvaner Trophy, Franken Trophy) ausgezeichnet. Solche Erfolge werden bei der GWF künftig mit Barem belohnt. „Auch wenn unser Hauptgeschäft über Menge geht: Solche Erfolge stärken unsere Position“, verdeutlichte Schweinberger.

Schließlich geht es auch darum, den nationalen Spitzenplatz bei der Vermarktung im Lebensmittel-Einzelhandel zu halten: Während dort für eine 0,75-Liter-Flasche aus Franken 3,46 Euro im Durchschnitt erlöst wird, waren es in Baden (2,62 Euro), der Pfalz (2,16 Euro) oder Württemberg (3 Euro) deutlich weniger.

Gestärkt wird die Position auch dadurch, dass im Fränkischen Weinkontor (FWK) die Winzergemeinschaft Franken, Divino Nordheim-Thüngersheim und der Winzerkeller Sommerach auch ihre Markenweine gemeinsam vermarkten – zuletzt kam das Thüngersheimer Consilium-Sortiment dazu. „Ziel ist auch hier die Festigung der Erlöse“, so Schweinberger. Kundenbetreuung, Bestellung, Auftragsabwicklung und Logistik ist Sache der GWF. Übrigens war auch der Winzerkeller Sommerach in London erfolgreich: Bei der Weißburgunder-Trophy gab es Gold für den 2010 Sommeracher Katzenkopf Weißburgunder Spätlese trocken.

Die GWF hat dank der größeren Bestände in den ersten fünf Monaten dieses Jahres ihr Umsatzvolumen um 13 Prozent gesteigert. Das Geschäft soll auch mit neuen Vinotheken angekurbelt werden: Der Weinpavillon am Autobahnrasthaus Süd bei Würzburg mit Traumblick über Stadt und Weinberge werde gut genutzt. „Es kommt jetzt darauf an, die 600 000 Gäste pro Jahr, die aufs Klo wollen, tanken oder etwas essen für den Frankenwein zu interessieren“, schildert Schweinberger die Aufgabe.

Noch im Juli soll – wenn der Volkacher Stadtrat seinen Segen erteilt – mit dem Umbau des ehemaligen Haushaltswaren-Geschäfts Scharf zu einem Bistro begonnen werden – direkt gegenüber vom Rathaus. „Dort kommen Tausende Touristen vorbei, einen besseren Platz gibt es nicht“, frohlockt der GWF-Mann, hofft auf Eröffnung im September. Wenn die Verkehrsberuhigung rund um den Marktplatz umgesetzt ist, soll es auch Außenplätze vor dem Bistro geben.

Wein und Flammkuchen

Auch das Main-Bistro in Kitzingen soll wiederbelebt werden. Man habe dort unterverpachtet an einen Spezialisten für Flammkuchen, was sich künftig gut mit der Vermarktung von GWF-Weinen ergänzen könnte. Von Umsätzen wie im Bistro an der Alten Mainbrücke in Würzburg träumt Schweinberger indes nicht. „Was dort abgeht, ist unglaublich. 2012 haben wir das gute Vorjahresergebnis noch mal um 50 Prozent übertroffen und bis Mai 2013 schon wieder 20 Prozent zugelegt.“ Vielleicht wäre die Alte Mainbrücke in Kitzingen ja auch günstig zu haben. . .

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