PRICHSENSTADT

Funkmast wird weiter weg gebaut

Der umstrittene Mobilfunkmast in Kirchschönbach bekommt einen anderen Standort. Vodafone baut den 45 Meter hohen Schleuderbetonmast gut 500 Meter von den Wohnhäusern entfernt.
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Sinneswandel: In Esselbach scheint inzwischen die Mehrheit der Bürger für den Bau eines Mobilfunkmastes zu sein. Foto: Archiv-FOTO Breitenbach

Der umstrittene Mobilfunkmast im Prichsenstädter Ortsteil Kirchschönbach bekommt einen anderen Standort. Anstelle am Rand des kleinen Ortes baut Vodafone den 45 Meter hohen Schleuderbetonmast nun gut 500 Meter von den ersten Wohnhäusern entfernt in Richtung Geesdorf, am Rand der Gemarkung Kirchschönbach. Mit 13:3 Stimmen beschloss der Rat am Donnerstag, dass diesem Bauvorhaben nun keinerlei Belange der Stadt mehr entgegen stehen würden.

Im März hätte der Bauausschuss über einen Antrag von Vodafone befinden sollen, einen Mobilfunkmast am Rand von Kirchschönbach zu bauen. Doch noch vor der eigentlichen Debatte im Ausschuss lag eine Unterschriftenliste vor, in der sich die Kirchschönbacher gegen diesen Mast zur Wehr setzten. Außerdem war der Bauausschuss bei einem Ortstermin von etwa 100 Bürgern in Empfang genommen worden, die ihre Ängste in einem Gespräch mit Bürgermeister René Schlehr geäußert hatten.

Der nahm ebenso wie seine Räte diese Ängste sehr ernst. Der Antrag von Vodafone wurde vertagt, um mit der Firma über andere Standorte zu verhandeln. Die Verwaltung schlug vier Alternativstandorte vor, alle mindestens 500 Meter von der ersten Wohnbebauung entfernt. Drei lehnte Vodafone ab, weil die Standorte mitten in Waldstücken lagen und eine Erschließung sowie das eigentliche Aufstellen des Mastes sehr unsicher und aufwändig seien. Ein Standort fiel dem Ingenieur von Vodafone als geeignet für den Mast auf, dort solle er auch gebaut werden. Der nächste Schritt ist nun ein entsprechender Antrag an die Stadt.

Auf einer per Beamer an die Wand projizierten Karte sahen die Räte und die Zuschauer, wie weit der Mast von der Wohnbebauung entfernt ist. Um den Mast herum war ein roter Kreis aufgezeichnet, mit einem Radius von 500 Metern, und einzig eine Scheune liegt innerhalb des Kreises. Die ersten Kirchschönbacher Häuser stehen, was sehr deutlich zu sehen war, noch um einiges hinter dem Rand des Kreises.

Da Mobilfunkmasten baurechtlich privilegiert seien, bräuchte es eigentlich nicht mal eine Genehmigung des Stadtrates, sagte der Bürgermeister. „Wenn wir uns querstellen und ablehnen, sucht sich Vodafone einen anderen Partner, einen Privatmann, und der darf den Mast hinbauen, wo er will“, sagt Schlehr. Auch der Aspekt des Naturschutzes, den einige Räte ansprachen, sei geklärt: „Das Landratsamt hat vorab alle Stellen überprüft und keinerlei Naturschutzgründe genannt.“ Außerdem könnte Vodafone, sagte Schlehr auf eine Anfrage von Ratsmitglied Wolfgang Brosche, die Stadt auf Schadenersatz verklagen, wenn der Standort nicht genehmigt werden würde.

„Warum suchen jetzt wieder alle nach Gründen, um den Mast zu verhindern“, sprach er dann Klartext, „es sind alle Bedingungen erfüllt, von beiden Seiten, wir haben die Wünsche und Ängste der Kirchschönbacher ernst genommen und reagiert. Steigen wir jetzt aus, sucht sich Vodafone einen anderen Partner.“

Das räumte am Rand der Sitzung auch Andreas Mahr ein, inoffizieller Sprecher der Kirchschönbacher in punkto Mobilfunkmast. „Ich kenne da einige Leute, die würden einen solchen Vertrag mit Vodafone sofort unterschreiben,“ sagt er. In der Sitzung selbst verzichtete er bei den Bürgerfragen auf jeglichen Kommentar.

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