Volkach

Für und Wider zwei neue Hotels in Volkach

Die Millionen-Projekte finden den Beifall des Stadtrates und stoßen auf Widerstand von Natur- und Umweltschützern. Bei einem Infoabend wurde lebhaft darüber diskutiert.
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Geballter Widerstand gegen das Hotel auf Stelzen am Main in Volkach: Der Bund Naturschutz formiert sich. Willi Freibott, Vorsitzender der Ortsgruppe, zeigt mit Hilfe von Dachlatten, wie hoch etwa die Unterkante des Hotels sein soll.

Im touristisch gut erschlossenen Weinort Volkach (Landkreis Kitzingen) rumort es. Im September hatte der Stadtrat zwei Bauvorhaben zugestimmt: einem Wein-Themenhotel an den Weinbergen im Norden Volkachs mit 107 Zimmern auf drei Etagen und einem Design-Hotel auf Stelzen direkt am Main mit 61 Zimmern.

Stadtrat stimmte bereits zu

Das Wein-Themenhotel ging erst nach Nachbesserungen durch den Stadtrat, das Hotel auf Stelzen mit 20:0 schon im ersten Durchgang. Dagegen rührt sich Widerstand, von der Ortsgruppe des Bundes Naturschutz und von einer Bürgerinitiative.

Kornelle sieht „Riesen-Chance“ für Volkach

„Beide Hotels sind eine Riesen-Chance für Volkach“, hatte Bürgermeister Peter Kornell für die Häuser plädiert. Damit könne der Weinort touristisch „seine Stärken noch weiter ausspielen“. Auch Tourismuschef Marco Maiberger ist hocherfreut über die Hotelpläne, vor allem, weil das Weinhotel auch als Tagungshotel ausgelegt ist. „Die Nachfrage in diesem Bereich steigt mehr und mehr“, sagt er.

Auflagen erfüllt – Abstand von 20 Metern

Investor des 20-Millionen-Euro-Projektes Wein-Themenhotel ist Peter Heidecker von der Römmert Wein- und Ferienland GmbH (Waldkrainburg). Das Gebäude soll im Außenbereich der Aussiedlerhöfe „Erlachhöfe“ entstehen, umrandet durch die Weinberge. Die Auflage des Stadtrates, eine mögliche Belästigung durch die Winzer ins Grundbuch eintragen zu lassen, hat der Investor erfüllt und lässt nun einen Abstand von 20 Metern zu seinen Nachbarn.

Mit Behörden Lösungen gesucht

Bauherr des Design-Hotels auf Stelzen am Main mit einer Investitionssumme von zehn Millionen Euro ist Ralph Düker, Inhaber zweier Hotels in der Altstadt von Volkach. Er zielt auf das „jüngere Publikum“. Und weil der Stadtrat schon vor Jahren beschlossen hatte, das sogenannte Mainvorland aufzuwerten, sei das für ihn der Startschuss gewesen, „um mit der Planung zu beginnen. Das Hotel schmiegt sich in die Landschaft ein und stört das Bild von Volkach in keiner Weise“, argumentiert Düker. In beiden Fällen hatten die Investoren vorab mit den Behörden nach Lösungen gesucht.

Kritik des Bundes Naturschutz

Außen vor fühlt sich der BN. In einem Pressegespräch bezeichnete Helmut Schultheiß, Regionalreferent für Unterfranken, das geplante Design-Hotel als „massiven Eingriff in ein Herz- und Vorzeigestück der unterfränkischen Landschaftskultur. Die Stadt Volkach würde einen zentralen Baustein des grünen Kapitals für seinen sanften Tourismus verlieren.“ Zudem würde es keine einzige der in den Vorgaben genannten Ausnahmen einhalten. Der Volkacher Elmar Datzer, Initiator der „Bürgerinitiative Landschaftsschutz Mainschleife“, kündigte „harte rechtliche Angriffe“ gegen das geplante Hotel an. Seiner Ansicht nach habe der Stadtrat in seinem Beschluss „gegen Recht und Gesetz verstoßen“. In Kürze will Datzer, dessen Ehefrau ein kleines Hotel in Volkach betreibt, zur offiziellen Gründungsversammlung der BI einladen.

JU versucht zu vermitteln

Am vergangenen Sonntag hatte die Junge Union (JU) Volkach die Investoren des Hotels und einige Stadträte zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Dort erfuhren die gut 50 Zuhörer, teils Befürworter, teils Gegner, dass die Bürger bereits in einem ISEK-Verfahren, in einer Vorstufe zur Städtebauförderung, eine Belebung des Mainvorlandes eingefordert hatten. Am Ende einer lebhaften zweistündigen Diskussion sprachen beide Seiten immerhin noch miteinander.

Das letzte Wort hat das Landratsamt

Das letzte Wort hat das Landratsamt Kitzingen als genehmigende Behörde. Der Bauantrag des Weinhotels wird dort geprüft; beim Design-Hotel am Main ist bislang erst der Vorbescheid erlassen worden. „Die wesentlichen wasserrechtlichen und naturschutzfachlichen Fragen können erst beantwortet werden, wenn eine konkrete Planung vorliegt“, sagt Corinna Petzold, Pressesprecherin des Landratsamtes.



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