KITZINGEN

Für Kitzingen entflammt

Auf geht's! Nie war dieser Ausspruch wörtlicher zu nehmen als gestern Vormittag. Steffen Bayer, Kranführer oder „Hubarbeitsbühnenbediener“, wie der Beruf offiziell heißt, steuert den Himmel an. Naja, fast: Die Spitze des Kitzinger Marktturms ist das Ziel. Mit an Bord hat er Elektromeister Michael Kleinschroth und seinen Auszubildenden Simon Schilling, die Kitzingen entflammen wollen – im besten Sinn.
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Und der Christbaum schaut von unten zu: In gut 42 Metern Höhe schraubt Elektromeister Michael Kleinschroth 100 Halogen-Eco-Glühbirnen auf die Stahlkonstruktion am Marktturmdach. Foto: Fotos: Diana Fuchs
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Auf geht's! Nie war dieser Ausspruch wörtlicher zu nehmen als gestern Vormittag. Steffen Bayer, Kranführer oder „Hubarbeitsbühnenbediener“, wie der Beruf offiziell heißt, steuert den Himmel an. Naja, fast: Die Spitze des Kitzinger Marktturms ist das Ziel. Mit an Bord hat er Elektromeister Michael Kleinschroth und seinen Auszubildenden Simon Schilling, die Kitzingen entflammen wollen – im besten Sinn.

Rasch geht es aufwärts. Das Rathaus schrumpft auf Spielzeuggröße, die Passanten auf dem Marktplatz werden zu Ameisen. Bei 42 Metern stoppt Bayer die Bühne seines 34-Tonnen-Kranlasters. Die goldene Turmkugel ist zum Greifen nah.

Das mit der „luftigen Höhe“ ist keine Floskel. Kalt ist es. Bei Steffen Bayer schaut nur das Nötigste des Gesichts aus den Klamotten heraus. „Oben geht immer der Wind.“ 2,7 Meter pro Sekunde zeigt der Monitor auf dem leicht schwankenden Hubwagen an, die Temperatur liegt knapp über dem Gefrierpunkt.

Michael Kleinschroth und sein Lehrling Simon Schilling, der Veranstaltungstechniker werden will, sind bereit. Mit Spezialgurten gesichert, machen sie sich daran, hoch über den Köpfen der Kitzinger Bürger die Halterungen für 100 Glühbirnen festzuzurren. Ein Team von Metallbau Gerlach hat optimale Vorarbeit geleistet. Die Spezialanfertigung aus vier Stahlrohren, geformt wie eine Flamme, ist schon seit den Morgenstunden montiert.

Je gut fünf Meter sind die Stahlflammen lang. Immer wieder muss Steffen Bayer den gelben Kranarm ein bisschen hoch, ein bisschen runter, ein bisschen zur Seite steuern. Nach anderthalb Stunden sind sämtliche 18-Watt starken Halogen-Eco-Glühbirnen festgeschraubt und schön ausgerichtet. Die Kabel, die von jedem der vier Flammenrohre herunterhängen, schließt Elektromeister Kleinschroth am Ende zusammen und führt sie in einem schwarzen Gummikabel am Blitzableiter des Turmes entlang bis zum Stromhäuschen am Boden.

Kollege Michael Lauer hat wenige Meter über dem Boden unterdessen 20 LED-Outdoor-Strahler so angeschraubt, dass ihre je 35 Watt Leistung den Marktturm in der Dunkelheit wie eine dicke, rote Kerze erscheinen lassen.

Wieder sicher zurück auf dem Marktplatz, sind alle Handwerker durchgefroren, aber zufrieden – in dem Wissen, dass Bayerns größte Adventskerze heuer wieder jede Menge Begeisterung auslösen wird.

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