Segnitz

Für Bauprojekte werden Rücklagen ausgeschöpft

Keine großen Überraschungen barg die Haushaltsdebatte des Segnitzer Gemeinderats am Montag – so, dass es nicht wirklich zu einer Debatte kam.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Umgestaltung der Mainlände gehört zu den großen Vorhaben der Gemeinde Segnitz.

Keine großen Überraschungen barg die Haushaltsdebatte des Segnitzer Gemeinderats am Montag – so, dass es nicht wirklich zu einer Debatte kam.

Kämmerer Wolfgang Schmer arbeitete mit den Räten Punkt für Punkt des Zahlenwerkes ab. Dabei wurde klar, dass trotz der großen Bauprojekte Dorfgemeinschaftshaus und Neugestaltung der Mainlände eine Neuverschuldung für das Jahr 2018 noch nicht notwendig ist. Für 2019 kann das schon wieder anders aussehen, zumal die Gemeinde die vor

handenen Rücklagen mit 1,6 Millionen Euro deutlich ausschöpft.

Zahl der Einwohner sinkt

Knapp 3,5 Millionen Euro umfasst der Haushalt insgesamt, davon entfallen etwa zwei Millionen auf den Vermögens- und 1,4 Millionen auf den Verwaltungshaushalt. Für die Bürger ändert sich nichts, die Hebesätze für Grundsteuer A und B sowie Gewerbesteuer bleiben bei 35 Prozent. Die Zahl der Einwohner ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken und findet 2018 mit 810 Einwohnern einen neuen Tiefstand. Gestiegen sind dagegen die Umlagen etwa der Schulverbände: Zwar besuchen momentan nur zwei Segnitzer Schüler die Mittelschule Marktbreit, die Gemeinde führt dafür knapp 3500 Euro ab. Für die Grundschule werden 2240 Euro für 24 Schüler fällig. Gut 100 000 Euro gehen als VG-Umlage nach Marktbreit, etwa 58 000 Euro an den Abwasserverband Ochsenfurt. Rund 200 000 Euro werden dem Vermögenshauhalt zugeführt, um die großen Projekte stemmen zu können. Und auch der Schuldenstand wird leicht reduziert.

1,5 Millionen für Gemeinschaftshaus

Der größte Brocken ist nach wie vor der Bau des Dorfgemeinschaftshauses. Rund 1,5 Millionen Euro Kosten kommen dafür in diesem Jahr auf die Gemeinde zu. Zwar wird gut die Hälfte davon über der ELER-Förderprogramm wieder rückerstattet. Diese Zuschüsse fließen jedoch erst, wenn das Projekt vollständig abgeschlossen ist, frühestens also im nächsten Frühjahr. Die Neugestaltung der Mainlände ist ebenfalls im Gange, hier werden für Spielplatz und Uferbereich knapp 200000 Euro fällig, ein weiterer Teil dann im nächsten Jahr. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt steht in den Startlöchern, die teuren Arbeiten folgen hier aber erst 2019, dann werden allerdings rund 700 000 Euro fällig. „Der Haushalt ist solide und zukunftsweisend“, fasste Bürgermeisterin Marlene Bauer nach 45 Minuten Beratung zusammen. Und: Er sei im Rahmen der Möglichkeiten, die der Gemeinde zur Verfügung stehen. Dass für 2019 wohl Kredite notwendig werden, überraschte am Ratstisch niemanden, dafür sind alle Projekte lange genug in der Planung. Es herrschte allerdings Zuversicht, die Verschuldung so gering wie möglich zu halten und schnell wieder abzubauen. Und so wurde der Haushalt für 2018 ohne Gegenstimmen verabschiedet.

Gewerke vergeben

Außerdem ging es am Montag um folgende Themen: Für den Bau des Dorfgemeinschaftshauses wurden gleich vier Gewerke vergeben: Die Elektroarbeiten gingen an die Firma Reichert aus Kitzingen, die zwar mit rund 128 000 Euro leicht über den veranschlagten Kosten liegt, dafür aber deutlich unter dem einzigen Mitanbieter. Für Heizung, Sanitär und Lüftung waren jeweils keine Angebote auf die Ausschreibung eingegangen. Deshalb hatte eine freihändige Vergabe stattgefunden, bei der jeweils maximal zwei Firmen ein Angebot abgegeben hatten. Alle drei Gewerke gingen nun an die Firma Bräutigam aus Schonungen, mit Gesamtkosten von rund 226 000 Euro.

Straße wird ausgebaut

Neuigkeiten gibt es beim Thema Straßenausbau und Radweg nach Sulzfeld: Bürgermeisterin Bauer informierte über ein erneutes Treffen mit dem Straßenbauamt, zusammen mit der Landrätin und Vertretern der Gemeinde. Dabei wurde festgelegt, dass die Straße zu einer Breite von 6,50 Meter ausgebaut wird. Die vorhandene Natursteinmauer entlang der Straße muss dafür entfernt werden, soll aber im Anschluss an die Bauarbeiten wieder errichtet werden, inklusive der in den vergangenen Jahren entstandenen Löcher. Für die notwendigen Ausgleichsflächen sollen verschiedenen Alternativen geprüft werden. Bauer machte klar: „Die bezahlen uns die Sanierung und einen nicht unterhaltspflichtigen Radweg. Irgendwann müssen wir auch mal sagen, es ist gut.“ Die Interessen der Gemeinde seien so weit wie möglich durchgesetzt. Auch Norbert Bischoff meinte: „Das ist die beste Lösung, die wir kriegen können.“ Der Meinung waren auch die anderen Räte, weshalb sie der vorliegenden Entwurfsplanung einstimmig grünes Licht gaben. Baubeginn wird frühestens 2020 sein, der Ausbau geht dann bis zur Segnitzer Gemarkungsgrenze, die Gemeinde Sulzfeld möchte sich an dem Projekt nicht beteiligen.



Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.