Sommerliche Randnotizen (Teil 7): Was bisher in dieser kleinen Sommerserie gefehlt hat? Ja, ich weiß: ein Seitensprung. Das ist wichtig, um die Spannung oben zu halten. Deshalb holen wir das sofort nach.

Also, Sie kennen ja diese ewig langen Autofahrten, die gar nicht mehr aufhören wollen. Was macht man dann? Genau: sich vergnügen. Mit lustigen Spielen wie Wortschlangen bilden. Da muss der hintere Teil des Vorgängerwortes der Beginn des neuen Begriffs sein. Dann mal los: Wasserbett – Bettseite – Seitensprung – Sprungbrett.

Neben den Bettgeschichten ist im Urlaub auch das Lesen beliebt. Was man da alles erfährt. Zum Beispiel die Nachricht, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Flugzeugabsturz zu überleben, immer geringer wird und aktuell nur noch bei 15 Prozent liegt.

Dann also doch lieber langweilige Seitensprung-Autofahrten.

Während des Urlaubs häuft sich viel unnützes Wissen an. Daran hatte die Strandkorb-Vermieterin einen gewissen Anteil, weil sie neben Eis auch kostenlos Zeitschriften zum Ausleihen anbot. Zeitschriften, von denen ich nie zuvor gehört hatte. Ob Gartenlust, Lustgarten, Gartenparadies, Paradiesgarten, ob Laura, Lara, Lena, Lisa – ich wühlte mich durch alles.

Was dazu führte, dass ich jetzt weiß, dass der Titanwurz die größte Blume der Welt ist. Dass blonde Frauen im Schnitt sieben Prozent mehr verdienen. Und dass Pferde, entgegen der landläufigen Meinung, gar nicht kotzen können. Nicht einmal vor einer Apotheke.

Außerdem erfuhr ich, dass Ehepaare nur zehn Minuten am Tag miteinander reden – selbst im Urlaub. I mmerhin reichte es noch für diesen Dialog während einer diesen nicht enden wollenden Autofahrten in die Ferien: Er: „Wie, Du hast den Herd nicht ausgemacht? Das Haus ist sicher abgebrannt! Sie: „Glaube ich nicht, das Badewasser läuft noch!“ Fortsetzung folgt