GLOSSE

Frühstück: Nachtumzug in den vierten Stock

Ein Umzug steckt voller Überraschungen. Man findet Dinge, von denen man nicht mal gewusst hat, dass man sie vermisst hat. Man merkt, dass der Gedanke im letzten Schlussverkauf „Ich brauche wirklich unbedingt neue Klamotten, ich habe NICHTS zum Anziehen“ nicht ganz der Wahrheit entsprochen hat. Und man sortiert endlich jene Bücher aus, die man nur aus optischen Gründen im Regal stehen hat.
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Frühstück:     Von Mord, Sex und Sticheleien

Ein Umzug steckt voller Überraschungen. Man findet Dinge, von denen man nicht mal gewusst hat, dass man sie vermisst hat. Man merkt, dass der Gedanke im letzten Schlussverkauf „Ich brauche wirklich unbedingt neue Klamotten, ich habe NICHTS zum Anziehen“ nicht ganz der Wahrheit entsprochen hat. Und man sortiert endlich jene Bücher aus, die man nur aus optischen Gründen im Regal stehen hat.

Ja, so ein Umzug muss gut geplant sein. Man braucht Kisten, bereitwillig schleppende Freunde – die auch bei einer Dachwohnung noch mitmachen – und, ja was war es gleich noch? Zwei Tage vor dem fest geplanten Wohnungswechsel kommt mir dann doch der erleuchtende Gedanke: Ein Umzugswagen wäre vielleicht nicht schlecht.

In meinem überaus geräumigen Fiat 500 lässt sich zwar einwandfrei das neue paar Schuhe aus Italien transportieren, bei mehr wird es allerdings schon kritisch. Nachdem ich die Überlegung, das große Bett und die Kommode doch stilecht wie bei Mister Bean auf das Dach zu schnallen, relativ schnell verworfen hatte, machte ich mich also auf die Suche nach einem Sprinter.

Donnerstag, ein Feiertag, perfekt! – dachte ich. Doch leider hat sich herausgestellt, dass nicht nur ich auf diese grandiose Idee gekommen bin. „Ihr Transporter ist für diesen Zeitraum nicht verfügbar“, sagt mir das Internet ganz dreist. Es gibt nur noch eine mögliche Mietzeit: Donnerstag um 21 bis Freitag um 6 Uhr (morgens wohlgemerkt!).

Gut vorbereitet wie man eben ist, gibt es auch keine Alternative – der Nachtumzug in den vierten Stock ist beschlossene Sache. Positiv betrachtet, fallen meine Einparkküste mit dem Sprinter im Dunklen bestimmt weniger auf, und die Vesperpause wird eben zum Mitternachtsimbiss. Da fällt mir gerade ein, dass ich vielleicht vorher doch noch die ein oder andere Lampe in der neuen Wohnung anbringen sollte . . .

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