Neues von der roten Liste bedrohter Worte. Geheimrat, Postbeamter, Staatsratsvorsitzenden, Plusquamperfekt, Kassettenrekorder, Begrüßungsgeld, Ultrakurzwelle, Beleuchtungskörper, Bandsalat, Pullermatz – alles Wörter, die kaum noch einer verwendet und denen der Wort-Friedhof droht. Was vor allem in Sachen Pullermatz doch unheimlich schade ist.

Als wäre das Schicksal nicht schon schlimm genug, werden Wörter, denen das letzte Stündlein schlägt, immer wieder mit letzten Worten verwechselt. Hier gilt es aber sauber zu trennen – letzte Worte sind etwas völlig anderes.

Die letzten Worte eines Bergsteigers beispielsweise lauten: „Der Haken hält!“ Oder nehmen wir die letzten Worte eines Fallschirmspringers: „Wenn ich schon mal da bin, nehme ich das kleine Wölkchen da vorne auch noch mit!“ Auch der Gourmet kann mit letzten Worten aufwarten: „Diese Pilzsorte ist mir neu!“ Selbstverständlich hat auch der untreue Ehemann ein letztes Wort: „Aber Mausi, du bist doch nicht etwa eifersüchtig?“

Beim untreuen Ehemann ist es so, dass er als besonders schwerer Fall sogar noch ein weiteres letztes Wort hat: „Mausi, dein Kaffee schmeckt heute wie das reinste Gift!“

Rettungsaktion: Jeden Tag verschwinden Wörter. „Die rote Liste der bedrohten Wörter“ nimmt das nicht mehr hin. Falls bei Ihnen verschwundene Wörter anklopfen oder Sie sachdienliche Hinweise geben können: Schicken Sie sie an die oben angegebene Mail-Adresse.