GLOSSE

Frühstück: Die Zeit der Plüschsocken

Was am Wochenende los war? Gar nichts – zumindest am Samstagabend im Fernsehen. Nix kam. Null. Selbst der ZDF-Krimi war so schrecklich, dass einige aus lauter Verzweiflung ins Erste zu Florian Silbereisen schalteten – um dann so richtig den November-Blues zu bekommen.
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Frühstück:     Von Mord, Sex und Sticheleien

Was am Wochenende los war? Gar nichts – zumindest am Samstagabend im Fernsehen. Nix kam. Null. Selbst der ZDF-Krimi war so schrecklich, dass einige aus lauter Verzweiflung ins Erste zu Florian Silbereisen schalteten – um dann so richtig den November-Blues zu bekommen.

Kein schöner Einstieg also in den ersten Advent. Zumal zwar die erste Kerze brannte, das erste Türchen des Adventskalenders aber noch nicht aufgemacht werden durfte. Ein ziemlich unerhörter Vorgang!

Dann wenigstens ein Abstecher auf den Weihnachtsmarkt. Dummerweise hatten diese Idee andere auch. Eine Stunde im Parkhaus einen freien Platz suchen. Zwei Stunden anstehen für Glühwein. Schubsen und geschubst werden.

Flucht. Ab nach Hause. Rein in die affenstarken Plüschsocken. Alles hell beleuchten. Plätzchen backen. Radio hören. Seit dem Wochenende läuft wieder die Mutter aller Weihnachtslieder: „Driving home for Christmas“ von Chris Rea. Das Lied ist für uns übrigens das, was für die Finnen „Rkihuolesi kaikki heitä“ ist. Wobei Chris Rea besser ist, weil sich „Rkihuolesi kaikki heitä“ schwer aussprechen lässt. Aber, liebe Radiomacher: Ihr müsst Chris Rea trotzdem nicht jede Stunde spielen!

Wobei man an so einem Adventswochenende auch einfach versonnen aus dem Fenster schauen kann. Alles Grau in Grau – aber mit der Zeit lernt man, die Grautöne zu unterscheiden. Bis der Blick in Nachbars Garten fällt. Dort steht – ein Weihnachtsbaum. Panik. Wäre es schlau gewesen, auch schon einen Baum zu besorgen? Was, wenn es am 1. Dezember keinen mehr gibt?

Der ganz normale Advents-Wahnsinn. Aber es gibt Rettung. Ziehen Sie Ihre affenstarken Plüschsocken an und beherzigen Sie einfach diesen kleinen Merksatz: Wollen ist wie machen – nur fauler.

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