Gestern auf dem Weg zur Arbeit, roch es plötzlich ganz furchtbar im Auto. Ja, es stank geradezu. Da hatte aber jemand mächtig gepupst. Also so richtig, wenn Sie verstehen, was ich meine. Ich wollte den Pupser gerade zur Rede stellen und zusammensch. . . sch. . . also zusammenstauchen, als mir einfiel, dass ich ganz alleine im Auto saß.

Bevor Sie jetzt auf falsche Gedanken kommen: Der Gestank kam von den Feldern. Irgendwo da draußen muss über Nach ein Gülle-Transporter verunglückt sein. Der Start ins Frühjahr – er ist und bleibt ein anrüchiges Unterfangen.

Wobei es ja so ist, dass momentan überall kräftig durchgestartet wird: Die Griller haben sich formiert und nennen die erste Brutzel-Runde im Frühjahr neudeutsch „Angrillen“. Was natürlich beim „Ancampen“ geschieht.

Ähnlich sieht es bei den Wassersportlern aus, die sich jetzt allerorts zum „Anrudern“ treffen.

Wenn sich der Trend fortsetzt, werden wir bald noch viel mehr Spaß haben: Beim „Ansonnen“ zum Beispiel. Oder beim „Aneisbechern“, wenn wir in der Eisdiele über den ersten Erdbeereisbecher herfallen.

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen: Der Start der Zwetschgenernte nennt sich fortan „Anpflaumen“. Wenn die Frühlingsgefühle mit uns durchgehen, wäre das entsprechend „Anschmusen“.

Und wenn – wie jetzt gerade – die Gülle auf den Feldern landet, kann es sich dabei natürlich nur um „Anstinken“ handeln.

Im Herbst kommt dann alles noch einmal auf uns zu – nur umgekehrt. Dann ist erst „Absonnen“ und dann „Abgrillen“ angesagt. Das „Abrudern“ und „Abeisen“ nicht zu vergessen. Ich persönlich freue mich, morgens auf dem Weg zur Arbeit nach dem „Abpupsen“ wieder ganz in Ruhe „Abstinken“ zu können.