Kleinlangheim

Früheres Zusammenleben mit jüdischen Mitbürgern

Das jahrhundertelange Zusammenleben von Christen und Juden in unseren Breiten will der Förderverein "Jüdischer Friedhof Rödelsee" wieder mehr ins Licht rücken.
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Das jahrhundertelange Zusammenleben von Christen und Juden in unseren Breiten will der Förderverein "Jüdischer Friedhof Rödelsee" wieder mehr ins Licht rücken. "Es geht nicht um das Leiden der Juden in der Nazizeit, sondern darum, bewusst zu machen, dass die in Rödelsee bestatteten Juden unsere Mitbürger waren", sagte Monika Conrad in der Jahresschlusssitzung des Kleinlangheimer Marktgemeinderates am Dienstagabend.

Wie in vielen anderen Ortschaften habe es auch in Kleinlangheim angesehene jüdische Mitbürger gegeben, die auch in Vereinen tätig oder als Soldaten im Ersten Weltkrieg im Einsatz gewesen seien. Dokumentiert ist das Zusammenleben zwischen Christen und Juden in Kleinlangheim seit 1415 "und das Verzeichnis der in Rödelsee bestatteten Juden aus Kleinlangheim nennt 112 Namen". Zu den interessanten Details des kurzen Vortrags gehörte die Mitteilung, dass 1837 zehn Prozent der Kleinlangheimer Einwohner Juden waren. Das Netzwerk sei deshalb auch bemüht, die Lebenssituationen der früheren jüdischen Mitbürger zu dokumentieren, "denn es wäre schade, wenn dieses Wissen verloren ginge". Im Kleinlangheimer Rat steht man den Kommentaren zufolge einem Beitritt zum Netzwerk positiv gegenüber, ein Beschluss erfolgte noch nicht. Das Netzwerk wird sich auch um einen Info-Stand im Rödelseer Friedhof, die Pflege des Biotops und um Aktionstage kümmern, kündigte Conrad an.

Aus der Sitzung des Wiesentheider Schulverbands gab Bürgermeisterin Gerlinde Stier bekannt, dass Grund- und Mittelschule verwaltungstechnisch getrennt sein müssen, weshalb es zwei Schulleiter gebe. Kleinlangheim muss für 26 Schüler der Mittelschule 250 Euro pro Nase Umlage zahlen. Da größere Umbauten anstehen, steht eine Investitionsumlage von 1450 Euro pro Kopf an, was für Kleinlangheim einen Gesamtbetrag von rund 72 000 Euro ergibt. In der Sing- und Musikschule Steigerwald gab es aufgrund gesetzlicher Vorlagen eine Erhöhung der Umlage auf 300 Euro pro Schüler, Kleinlangheim hat somit 2100 Euro zu zahlen. Entsprochen wurde dem Zuschussantrag des Kleinlangheimer Posaunenchors, der 300 Euro von der Gemeinde erhält. Ebenso einstimmig befürwortet wurde er Antrag des VfL Kleinlangheim zur Jugendförderung. Der Sportverein erhält bei 149 Kindern und Jugendlichen 745 Euro Unterstützung.

Freuen kann sich die Gemeinde über eine Spende der Sparkassenstiftung über 1000 Euro für das Atrium in der Schule und den Zuwendungsbescheid der Regierung von Unterfranken über 14 154 Euro für die digitale Ausstattung der Klassenzimmer. Vom Nachbarschaftstag mit dem Thema "Gewässer" berichtete die Bürgermeisterin, dass die Erstellung des Hochwasserschutzkonzepts bei den Dorfschätzen erfolgt, ein Bachlehrpfad angeregt und darauf verwiesen wurde, dass der Biber, der neue Lebensräume schafft und für mehr Grundwasser sorgt, nach wie vor streng geschützt ist. Fachbehörden machen auf Antrag eine Gewässerschau.

Die Bürgermeisterin gab bekannt, dass die Fußbrücke über den Castellbach durch den Bauhof komplett erneuert und eine Wasserentnahmestelle für die Atzhäuser Feuerwehr eingerichtet wurde. Die Weinfestgemeinschaft spendete 600 Euro für einen neuen Sandkasten, den Anja Hartmann mit Holz aus dem Gemeindewald zusammen baute. Ausgetauscht werden muss die Sirene in Haidt, was etwa 3500 Euro kosten wird. Bei der diesjährigen Ferienpassaktion der VG wurden 59 Pässe in Kleinlangheim verteilt, was einen Betrag von 1212 Euro für Kleinlangheim beim Defizit bedeutet. Die Bürgermeisterin bedankte sich bei allen Vereinen und Privatleuten, "die diese gute Sache unterstützen". Die Gemeinde hatte zum 30. Juni 1739 Einwohner.

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