KLEINLANGHEIM

Froh um jeden Euro, der jetzt nicht ausgegeben wird

Noch etwas Zeit zum Luftholen gibt es in diesem Jahr für den Markt Kleinlangheim. „Wir haben in diesem Jahr viele kleinere Maßnahmen zu bewältigen, die größeren Brocken kommen ab dem Jahr 2016“, meinte Bürgermeisterin Gerlinde Stier zum diesjährigen Haushalt.
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Noch etwas Zeit zum Luftholen gibt es in diesem Jahr für den Markt Kleinlangheim. „Wir haben in diesem Jahr viele kleinere Maßnahmen zu bewältigen, die größeren Brocken kommen ab dem Jahr 2016“, meinte Bürgermeisterin Gerlinde Stier zum diesjährigen Haushalt, dessen Satzung in der Ratssitzung am Dienstagabend einstimmig gebilligt wurde.

So stehen im kommenden Jahr die Finanzierung des neuen Löschfahrzeugs und Kanal- und Straßenbau in der Bahnhofstraße an. Weitere Kanalsanierungen dürften nicht auf sich warten lassen, „da müssen wir aber noch die Kanalbefahrungen abwarten“, sagte die Bürgermeisterin zu Fragen aus dem Gremium. Aufgrund der kommenden großen Brocken gehe es umso mehr darum, sparsam zu wirtschaften, vorsichtig zu kalkulieren, um die kommenden Jahre überstehen zu können: „Ich bin froh um jeden Euro, den wir nicht ausgeben“, fasste die Bürgermeisterin zusammen.

Mit dem Haushalt 2015 waren die Ratsmitglieder rundum zufrieden. „Der passt“, kommentierte Dieter Brunner. Kämmerin Antje Teutschbein trug die Eckdaten zu dem Zahlenwerk vor, das schon in der vorhergehenden Sitzung besprochen worden war. Jetzt wurden die beschlossenen Änderungen präsentiert. Das Gesamtvolumen liegt bei 3 251 433 Euro (Vorjahr: 3 436 940 Euro), wobei auf die Verwaltung 2 442 233 Euro und auf den Vermögenshaushalt 809 200 Euro entfallen (2014: 1 140 692 Euro). Haupteinnahmequellen sind die Schlüsselzuweisungen (660 448 Euro), der Anteil an der Einkommenssteuer (584 240 Euro), Gewerbesteuer (120 000 Euro), Grundsteuer B (107 000 Euro), Einkommenssteuerersatz (47 436 Euro) und die Grundsteuer A (28 500 Euro).

Von diesen Töpfen bleibt nicht allzu viel übrig, da Kreisumlage (498 622 Euro), Verwaltungsgemeinschaftsumlage (210 000 Euro), Kindergarten (150 000 Euro), Schulverbandsumlage (103 680 Euro) und Gewerbesteuerumlage (30 000 Euro) bezahlt werden müssen. Im Vermögenshaushalt sind Beträge zwischen 1 000 und 100 000 Euro ausgewiesen, insgesamt 35. Zu den größeren Ausgaben gehören der Flächenerwerb für ein Baugebiet (100 000 Euro), Darlehenstilgungen (93 600 Euro), Gemeindetraktor (75 000 Euro), Sanierung von Druckleitungsschächten (70 000 Euro), Investitionen für das Breitband (50 000 Euro) und die Einrichtung für die Kinderkrippe (27 000 Euro). Einnahmequellen beim „Vermögen“ sind die Zuführung vom Verwaltungshaushalt (240 321 Euro), Investitionspauschale (154 000 Euro), Zuschüsse für Bürgerkeller und Mehrgenerationengarten (96 700 Euro), Zuschuss für Kinderkrippe (81 600 Euro) und Bauplatzverkäufe (50 000 Euro).

Die Kämmerin bezeichnete die finanzielle Lage als „angespannt, aber noch finanzierbar“. Beim diesjährigen Haushalt und der Finanzplanung bis 2018 habe man versucht, Eventualitäten und politische Entscheidungen einzubeziehen. Bei neuen Projekten müsse eine genaue Prüfung der jeweiligen Finanzierbarkeit und Notwendigkeit vorgenommen werden, zumal auch durch die Dorferneuerung weitere größere Ausgaben auf die Gemeinde zukommen werden. „Für größere Investitionen sind in den kommenden Jahren Kreditaufnahmen nicht ausgeschlossen“, lautete das Fazit der Kämmerin. Dass dem Markt Kleinlangheim vor der Zukunft nicht bange zu werden braucht, zeigt ein Blick auf den Schuldenstand, der nach Abschluss dieses Haushaltsjahres bei rund 318 000 Euro liegen dürfte. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 182 Euro, was im Landesvergleich von 711 Euro sehr wenig ist.

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