Rekorde wurden diesmal nicht gebrochen. Das regnerische Wetter konnte den Run der Massen zum Fränkischen Weinfest dennoch nicht stoppen. Rund 45 000 Menschen feierten bei der 66. Auflage der wohl größten Schoppenfete in Franken fünf Tage lang ausgelassen auf dem Weinfestgelände. Tausende Wunderkerzen zogen am Montagabend zum Abschluss des Weinfests noch einmal die Massen in ihren Bann. Die Stadt Volkach bedankte sich gestern Abend bei ihren treuen Gästen mit einem Gratiskonzert mit der Band Dr. Feelgood.

Polizei und Sicherheitsdienste erlebten ein ruhiges verlängertes Wochenende, das bereits am Freitag mit dem Feiertag Mariä Himmelfahrt begann. Die gute Zusammenarbeit und stete Präsenz der Ordnungshüter sind für Cheforganisator Marco Maiberger der Hauptgrund dafür, dass es keinen Krawall auf dem Gelände gab und die Leute friedlich miteinander feierten. Die Helfer des BRK mussten ganz selten Erste Hilfe leisten. „Alle Tage blieben ohne größere Einsätze. Insgesamt verlief das Fest absolut ruhig“, so die Bilanz des Einsatzleiters der Sanitäter Harald Erhard. Mussten in den Vorjahren an den Samstagabenden aufgrund der großen Menschenmengen die Tore des Weinfestgeländes geschlossen werden, blieben sie diesmal offen. „Mit 14 000 Gästen waren wir knapp an der Grenze“, so Maiberger.

Nach ersten Gesprächen seien die Standbetreiber mit dem Umsatz sehr zufrieden gewesen. Das wechselhafte Wetter habe deutlich gemacht, welch hohen Stellenwert das Fränkische Weinfest bei den Menschen hat. Während andere Feste nach derartigen Regengüssen wie ausgestorben sind, tanzt beim Open Air in Volkach beim Nachlassen der Schauer sofort wieder der Bär. „Die Leute haben großes Durchhaltevermögen bewiesen“, ist Maiberger begeistert. Leidtragende der Wetterkapriolen waren Familien mit Kindern und die Schausteller, die vor allem an den Nachmittagen erhebliche Einbußen mit ihren Fahrgeschäften zu verzeichnen hatten. Der Regen war auch eine enorme Belastung für die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, die das gesamte Wochenende dafür sorgten, dass die Weinfestbesucher nicht im matschigen Untergrund versanken.

Programm, Wein und Essen haben in Sachen Qualität die Gäste wieder überzeugt. Der neue fränkische Heckenwirtschaftsstand hat eine Lücke im kulinarischen Angebot geschlossen. „Blaue Zipfel und der fränkische Burger waren die Renner“, blickt der Tourismuschef zurück. Neu im Programm auf der Bühne waren Entertainer Volker Heißmann und der Country-Nachmittag. Die Resonanz war laut Maiberger bestens.