KITZINGEN

Freitags-Fragen: Bücher als Bereicherung

Sandra Thren ist die Leiterin des Koordinierungszentrums Bürgerschaftliches Engagement (WirKT) in Kitzingen. Ein Schwerpunkt der Arbeit sind derzeit Lesepatenschaften.
Artikel drucken Artikel einbetten
Sandra Thren. Foto: Foto: Petzold
Sandra Thren ist die Leiterin des Koordinierungszentrums Bürgerschaftliches Engagement (WirKT) in Kitzingen. Ein Schwerpunkt der Arbeit sind derzeit Lesepatenschaften. Dazu Fragen an die 28-jährige Diplom-Sozialpädagogin aus Würzburg.

Frage: Warum braucht man heutzutage Lesepaten?

Sandra Thren: Die Lesefähigkeit ist die wichtigste Kompetenz für selbstständiges Lernen. In einigen Familien werden die Kinder aufgrund der Doppelbelastung von Ganztagsarbeit und Haushalt nur unzureichend bei den Hausaufgaben und gerade beim Lesenlernen unterstützt. Lesepaten unterstützen unsere Kinder in Kleingruppen in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften vor Ort. Damit sie mit Abschluss der Grundschule lesen können, Freude am Lesen entwickeln und Bücher als Bereicherung entdeckt haben.

Wie genau funktioniert das Projekt?

Thren: Es gibt unterschiedliche Formen von Lesepatenprojekten. An der Kitzinger Siedlungsgrundschule zum Beispiel kommen unsere ehrenamtlichen Helfer einmal pro Woche während des Unterrichts in die Schule. und unterstützen dort alle vier dritten Klassen.

Wer kann mitmachen?

Thren: Prinzipiell ist jeder freiwillige Helfer willkommen, der eine Stunde pro Woche aktiv werden möchte.

Wer hatte die Idee?

Thren: Ich selbst kenne Lesepatenprojekte in verschiedenen Formen von anderen Freiwilligenagenturen in Nachbarlandkreisen. Als mich Heike Schneller-Schneider, Rektorin der Grundschule Kitzingen Siedlung, auf ein mögliches Ehrenamtsprojekt zur Leseförderung ihrer Schüler ansprach, war die Idee auch für Kitzingen geboren.

Werden noch weitere Schulen ins Boot geholt?

Thren: Schön wäre es, wenn in allen Grundschulen ein solches Projekt angeboten wird. In einigen Grundschulen des Landkreises sind schon eigenständig Lesepatenprojekte ins Leben gerufen worden. Aktuell interessieren sich zwei weitere Grundschulen im Landkreis für den Aufbau der Lesepaten, mit denen ich in der Projektplanung stecke.

Ein Wort zum Koordinierungszentrum – wirkt es bereits?

Thren: Mein Ziel ist es, über Ehrenamtsprojekte und Öffentlichkeitsarbeit neue Freiwillige zu gewinnen und diese dann langfristig zu begleiten. Über eine Ehrenamtsbörse vermittle ich Freiwillige an die für sie passende Einrichtung und biete durch Schulungen und Weiterbildungen die Möglichkeit, auch das Wissen der Ehrenamtlichen zu verbessern.

Welche Projekte stehen als nächstes an?

Thren: Für mich ist es wichtig, gerade auch Kinder und Jugendliche mit dem Thema Ehrenamt vertraut zu machen. Ab dem Schuljahr 2013/2014 startet das Projekt 'Freiwillig engagiertes Schuljahr' für Real- und Mittelschulen. Hier erklären sich die Jugendlichen bereit, sich ein Schuljahr zwei Stunden wöchentlich ehrenamtlich zu betätigen.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.