Kitzingen

Freitags-Fragen: 5000 Tonnen Fertigkompost

Nikolaus Schneider leitet seit dem Jahr 2000 das Kompostwerk im Klosterforst. Der 49-Jährige ist ausgebildeter Forstwirt, Verwaltungsfachangestellter und staatlich geprüfter Umwelttechniker. Zunächst gehörte der Großlangheimer der Firma Veolia an, nach der Übernahme des Kompostwerkes durch den Landkreis Kitzingen Anfang dieses Jahres (siehe auch Bericht auf dieser Seite) ist er Kreis-Mitarbeiter.
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Freitags-Fragen: 5000 Tonnen Fertigkompost

Nikolaus Schneider leitet seit dem Jahr 2000 das Kompostwerk im Klosterforst. Der 49-Jährige ist ausgebildeter Forstwirt, Verwaltungsfachangestellter und staatlich geprüfter Umwelttechniker. Zunächst gehörte der Großlangheimer der Firma Veolia an, nach der Übernahme des Kompostwerkes durch den Landkreis Kitzingen Anfang dieses Jahres (siehe auch Bericht auf dieser Seite) ist er Kreis-Mitarbeiter.

Frage: Welche Größe hat das Kompostwerk?

Nikolaus Schneider: Die Liegenschaft hat eine Gesamtfläche von 45 000 Quadratmeter, hiervon sind 21 000 Kubikmeter überbaut mit Hallen, Betriebsgebäude und Asphaltflächen. Es können jährlich bis zu 20 000 Tonnen Abfälle verarbeitet werden. Die Rottezeit beläuft sich auf mindestens zwölf Wochen, um ausgereiften Fertigkompost mit dem RAL- Gütesiegel herzustellen.

Seit wann gibt es die Anlage?

Schneider: Die Anlage wurde 1995 gebaut, 1996 im Herbst begann der Probebetrieb, ab 1997 Regelbetrieb.

Errichtet wurde die Anlage, weil . . .

Schneider: . . . man die getrennte Erfassung der Bioabfälle nach aktuellstem Stand der Technik im Landkreis realisieren wollte.

Welche Mengen werden angeliefert und wie viele Mitarbeiter haben Sie?

Schneider: Pro Jahr sind es rund 47 000 Anlieferungen, also im Durchschnitt 21 Anlieferungen pro Stunde. Im Kompostwerk arbeiten fünf Personen.

Was kostet die Grüngut-Anlieferung?

Schneider: Für Landkreisbürger, die haushaltsübliche Mengen anliefern, ist die Anlieferung bis einen Kubikmeter pro Jahr kostenfrei. Gewerbliche Anlieferer müssen eine Gebühr zahlen.

Wie funktioniert die Anlieferung?

Schneider: Die Grünabfälle werden nach Sichtung und Erfassung durch das Betriebspersonal einfach auf der Grüngutannahmefläche abgeladen.

Wie viel Kompost kommt pro Jahr zusammen?

Schneider: Wir gehen in 2015 von etwa 5000 Tonnen RAL – gütegesichertem Fertigkompost – aus, den wir überwiegend im Landkreis vermarkten.

Was genau passiert mit dem Kompost?

Schneider: Unser Kompost wird im Hobbygartenbau, im Garten- und Landschaftsbau und in der Landwirtschaft angewandt. Auch Erdenwerke verwenden unseren Kompost zur Herstellung ihrer Sackware.

Warum und von wem hat der Landkreis das Kompostwerk übernommen?

Schneider: Die Bioabfälle aus der Biotonne werden seit Jahresbeginn 2015 nach Schweinfurt in die Vergärung gebracht, dort entsteht neben Kompost auch Energie in Form von Wärme und Strom. Für den Standort Klosterforst stellte sich dann die Frage nach Eigenbetrieb oder Ausschreibung. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hat ergeben, dass der Eigenbetrieb anhand der Aspekte Effizienz, Flexibilität und Gestaltungsmöglichkeiten die bessere Alternative ist. Deshalb hat der Landkreis das Kompostwerk übernommen.

Wie hoch waren die Kosten?

Schneider: Etwa 1,7 Millionen Euro für Immobilien sowie 400 000 Euro für mobiles Anlagevermögen.

Was ist in naher Zukunft geplant?

Schneider: Wir wollen die Betriebsabläufe auf die neuen Gegebenheiten perfekt abstimmen, mit den anderen Landkreiseinrichtungen zusammenzuwachsen und Synergien nutzen. Außerdem stellen wir Überlegungen an, wie wir die große Halle nutzen können, die leer steht, seitdem die Abfälle aus der Biotonne direkt nach Schweinfurt kommen. Foto: Harald Heinritz

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