KITZINGEN

Freie Wähler Kitzingen: 70 Jahre bürgernahe Kompetenz

Seit 70 Jahren sitzen Freie Wähler am Kitzinger Ratstisch. Ein Grund zum Feiern, für einen Rückblick und für einen in die Zukunft.
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70 Jahre Freie Wähler in Kitzingen: Das feierten der Vorsitzende Werner Katzenberger (von links), sein Stellvertreter Volker Spiegel, der Landesvorsitzende Hubert Aiwanger. Landrätin Tamara Bischof, der Fraktionsvorsitzender Uwe Pfeiffle und der Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Fahn. Foto: Foto: Hartmut Hess

70 Jahre Freie Wähler Kitzingen heißt 70 Jahre Kompetenz, Unabhängigkeit und Bürgernähe“, sagte Werner Katzenberger, Vorsitzender der Freien Wähler-Freie Bürgerliche Wahlgemeinschaft (FW-FBW), in der Kitzinger Rathaushalle zur Feierstunde anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Gruppierung. Die Freien Wähler hätten seit vier Generationen in Kitzingen politische Verantwortung übernommen und wollten auch in der Zukunft ein verlässlicher Partner für alle Bürger bei kommunalen Angelegenheiten bleiben, wie der Vorsitzende der Stadtratsfraktion, Uwe Pfeiffle, versicherte.

Seit 1948 am Kitzinger Ratstisch

Katzenberger freute sich, dass zur Feierstunde neben vielen lokalen Kommunalpolitikern und Preisträgern des Kuno-Meuschel-Preises auch der unterfränkischen FW-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Fahn und sogar der Landes- und Bundesvorsitzende Hubert Aiwanger gekommen waren. Pfeiffle ging auf das Gründungsjahr der Kitzinger Freien Wähler im Jahr 1948 ein und riss andere geschichtsträchtige Ereignisse von 1948 wie die Einführung der D-Mark, die Ausarbeitung des Grundgesetzes oder in Kitzingen der Abschluss des Wiederaufbaus der Alten Mainbrücke an.

Die sieben Gründerväter waren Hans Guckenberger, Julius Kreßmann, Fritz Link, Kuno Meuschel, Georg Paulus, Heinrich Spiegel und Fritz Völker. Die ersten Freien Wähler am Kitzinger Ratstisch waren Hans Guckenberger, Kuno Meuschel, Heinrich Spiegel und Friedrich Tasch. 1952 formierten sie sich zur Freien Bürgerlichen Wahlgemeinschaft (FBW). Die Gruppierung ist seit 1948 im Stadtrat vertreten und erreichte in den 70 Jahren bis heute 73 Stadtratsmandate, seit 1984 kamen noch 17 Kreistagsmandate dazu.

Volkswillen nicht Politikerwillen

Im Jahr 1978 verlieh die FBW erstmals den Kuno-Meuschel-Preis, mit dem unermüdlicher und selbstloser Einsatz für die Allgemeinheit sowie vorbildliche Jugendarbeit gewürdigt werden. Seit dem Jahr 2002 firmieren die Freien Wähler als FW-FBW mit Mitgliedern in Kitzingen und den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Kitzingen.

Aktuell sitzen Uwe Pfeiffle, Manfred Freitag, Dietrich Hermann für die FBW im Stadtrat und Karl-Dieter Fuchs, Friedrich Haag und Wolfram Beha gehören dem Kreistag an. Pfeiffle erläuterte mit Stolz, dass die Freien Wähler seit 2008 auch im Landtag vertreten sind, „deswegen müssen wir uns neben der Stadtpolitik auch zu Themen in Bund und Land äußern“, so der Kitzinger Fraktionsvorsitzende. „Uns als Freie Wähler geht es bei der Demokratie um den Volkswillen und nicht den Politikerwillen.“ Pfeiffle begrüßte besonders die aktuellen Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahlen mit Landrätin Tamara Bischof, Josef Mend, Frank Stierhof, Cengiz Szabo, Gerald Pittner, Susanne Knof und Ulrich Falk. Sie sollten die Ideen, Sorgen und Anliegen der Basis in der Politik nach oben tragen, denn Demokratie müsse – wie sie gedacht sei – von unten nach oben gelebt werden.

Gesunder Menschenverstand

Hubert Aiwanger strich heraus, wie wichtig es ist, dass Menschen wie die Mandatsträger der Freien Wähler in Kitzingen in der Kommunalpolitik Verantwortung übernehmen. „Wir müssen die Dinge vor Ort in die Hand nehmen und die Interessen der Bürger vertreten“, sagte Aiwanger und er plädierte dafür, noch mehr auf Regionalität und gesunden Menschenverstand zu setzen. Die Politik müsse sich wieder verstärkt auf die Bürgermeinung und darauf, dass die Gesellschaft funktioniert, ausrichten.

Kitzingens Oberbürgermeister Siegfried Müller würdigte die Freien Wähler als einen verlässlichen Partner über 70 Jahre hinweg, Die Zusammenarbeit im Stadtrat mit der FW-FBW gestalte sich konstruktiv und fern von Eigeninteressen. Landrätin Tamara Bischof lobte den Beitrag der Freien Wählern für die Entwicklung der Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute. Die Feierstunde umrahmte das Saxofon-Quartett der Kitzinger Musikschule mit Jürgen Faas, Carola Köhne, Stefan Frank und Dirk Orend.

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