Volkach

Freibad: Traum vom Weiterbetrieb für diesen Sommer geplatzt

Die Hoffnung, das Volkacher Freibad so flicken zu können, dass es in Betrieb gehen kann, ist gestorben. Der Förderverein macht dem Bürgermeister deutliche Vorwürfe.
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Jetzt steht es fest: Das Volkacher Freibad wird in dieser Saison nicht mehr öffnen. Die Schäden, wie hier auf einem Bild von März 2019 am Beckenkopf des Schwimmerbeckens, sind zu groß, ebenso die Sicherheitsbedenken der Verantwortlichen in der Stadt. Foto: Barbara Herrmann

Das sanierungsbedürftige Volkacher Freibad wird in dieser Saison nicht mehr öffnen. Über dieses Ergebnis eines  Ortstermins am Mittwoch mit Vertretern der Stadt sowie eines Sachverständigen für Fliesenarbeiten berichtet Bürgermeister Peter Kornell. Dass er den Badebetrieb trotz umfangreicher Schäden an den Becken und Sicherheitsbedenken seiner Mitarbeiter anordnet, komme nicht infrage, erklärt er auf Nachfrage dieser Redaktion. "Das ist mir zu riskant."

In einer E-Mail an den Vorstand des Fördervereins Volkacher Bäder hatte Kornell über den Entschluss informiert. Er hat darin auch auf Verletzungen verwiesen, die Kinder im Vorjahr an defekten Fliesen erlitten haben, sowie auf das Wasser, das während des Betriebs weiter in großen Mengen versickert, aus unbekanntem Grund. 

Wahler: "Der Vorstand kommt sich veräppelt vor"

Manou Wahler vom Vorsitzendenteam des Fördervereins ist von der Entscheidung des Bürgermeisters enttäuscht: "Für uns ist jetzt klar, dass die Stadt von vornherein nie ernsthaft daran gedacht hat, das Freibad nochmals zu öffnen." Sehr viele Helfer des Vereins hätten in den zurückliegenden Wochen sehr viel Zeit damit verbracht, das Bad notdürftig instand zu setzen. Doch kaum seien bestehende Bedenken ausgeräumt gewesen, habe es seitens der Stadt neue gegeben. "Der Vorstand kommt sich veräppelt vor", macht Wahler ihrem Ärger Luft und meint: "Die Stadt hätte von vornherein mutig sein und sagen können: Wir machen das Bad dicht." Doch so sei die Verantwortung für den Fortgang dem Förderverein aufgebürdet worden. 

Der Bürgermeister sieht das anders. Er habe bereits während  einer Informationsveranstaltung im Januar die Meinung vertreten, dass es nicht gelingen werde, das Freibad notdürftig zu flicken. "Es lag am Förderverein, das Gegenteil zu beweisen", sagt Kornell. Mutmaßungen, die Stadt hätte gar nicht das Personal für einen Weiterbetrieb des Freibads in diesem Jahr gehabt, widerspricht er. Wie in den Jahren zuvor wäre das Hallenbad geschlossen worden, solange das Freibad geöffnet gewesen wäre, so dass das Badpersonal ausgereicht hätte. Zudem wären drei bis fünf Mann des Bauhofs für Reinigungsarbeiten abgeordnet worden.

In Hofheim sind die Voraussetzungen anders als in Volkach

Kornell hofft für eine mögliche Freibadsanierung auf eine interkommunale Zusammenarbeit mit den Landkreisen Kitzingen, Schweinfurt und Würzburg sowie den umliegenden Gemeinden, die entsprechend ihrer Besucheranteile etwa zwei Drittel der Kosten zahlen sollen. Vorbild ist für ihn die Stadt Hofheim in den Haßbergen. Doch wie der dortige Bürgermeister Wolfgang Borst auf Nachfrage dieser Redaktion erläutert, haben sich die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim nicht an den 2,5 Millionen Euro für die Sanierung des 2016 wiedereröffneten, generalsanierten Allianz-Freibads beteiligt, sondern sie beteiligen sich am Defizit des laufenden Betriebs. Borsts Einschätzung zu Kornells Idee, die Kosten der Sanierung aufzuteilen, lautet: "So wird's nicht funktionieren."

Volkachs Bürgermeister plant, die Möglichkeiten einer interkommunalen Zusammenarbeit während einer Veranstaltung mit Borst und mit allen Beteiligten zu diskutieren. Erst danach wird das Thema im Stadtrat behandelt. Dies greift auch eine Forderung eines jüngst eingegangenen Antrags der CSU-Stadtratsfraktion auf, einen Runden Tisch einzurichten.

Förderverein bespricht seine Zukunft

Manou Wahler vom Förderverein reicht diese Option nicht. "Für mich ist es klar: Wenn das Freibad zu ist, wird es sehr schwer bis unmöglich werden, dass es nochmals öffnet." Auch von dem regelmäßigen Appell des Bürgermeisters, im Sommer das geöffnete Hallenbad zu nutzen, hält sie wenig. "Das Hallenbad ist kein Freibadersatz!" Niemand gebe sich bei 30 Grad und Sonnenschein mit einem Hallenbad zufrieden. Wie es mit dem Förderverein weitergeht, sollen dessen deutlich über 200 Mitglieder während einer Mitgliederversammlung am Samstag, 1. Juni, um 14 Uhr im Freibad entscheiden.

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