Volkach

Freibad: Reparatur auf gutem Weg – doch Zukunft weiter offen

Das Volkacher Freibad kann wohl notdürftig geflickt werden und für diese Saison öffnen. Ein Fallstrick droht aber noch – und die Zukunft des Bads hängt am seidenen Faden.
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Die Zukunft des Freibads in Volkach hängt weiter am seidenen Faden. Das Luftbild stammt aus dem Jahr 2015. Foto: Berthold Diem

Für einen Moment blitzte am Montagabend im Volkacher Stadtrat die Hoffnung auf, das marode Freibad für diese Sommersaison rechtzeitig so fit zu bekommen , dass es Anfang Juni öffnen kann. Dies lag am Bericht von Ingenieur Elmar Datzer, der für den Förderverein Volkacher Bäder nicht nur den Zustand der Schwimmbecken untersucht, sondern tatsächlich eine Firma gefunden hat, die sich zutraut, die defekten Fliesen am Kopf des Schwimmerbeckens zeitnah zu reparieren; es ist dieselbe Firma, die den Beckenkopf vor 30 Jahren gefliest hat. Selbst einen Hersteller für die benötigten Fliesen hat Datzer aufgetrieben.

Helfer des Fördervereins waren fleißig

Die Reparaturen, ist er sich sicher, dürften "schlimmstenfalls" bis Ende Mai erledigt sein. Wobei es hauptsächlich um 20 reparaturbedürftige Meter des Beckenkopfs des Schwimmerbeckens geht. Beim Nichtschwimmerbecken sind Fliesen auf zehn Meter locker. Helfer des Fördervereins haben diese Fliesen von Kleberresten befreit und ein Volkacher Fliesenleger hat bereits begonnen, diese Fliesen wieder einzukleben.

Auch am Geld wird's nicht scheitern: Bis auf Peter Haupt und Udo Gebert (beide FW) stimmten die restlichen 17 Stadtratsmitglieder dem Kauf der benötigten Fliesen für 5000 Euro zu. Und insgesamt wird die Not-Reparatur der Freibadbecken "keine 20 000 Euro kosten", schätzte Datzer. Im Haushalt hat die Stadt 25 000 Euro dafür eingestellt. So lautete der Tenor im Stadtrat: "Wir sollten das machen", wie etwa Heiko Bäuerlein (CSU) sagte. Ziel müsse es sein, das Bad für dieses Jahr betriebsbereit zu machen, stellte Dieter Söllner (SPD) fest.

Zeitplan und Kostenschätzung stehen auf wackeligen Beinen

Doch trotz des Optimismus', die von manchen für nicht mehr möglich gehaltene Reparatur der gröbsten Schäden rechtzeitig zur Bade-Hauptsaison stemmen zu können, gibt es Gründe, die das Vorhaben scheitern lassen könnten. Zum einen steht ein Ortstermin mit der Fliesenfirma – möglichst noch diese Woche – noch aus. Dabei könnten weitere Schäden entdeckt werden, sprich: Zeitplan und Kostenschätzung stehen auf wackeligen Beinen. Zum anderen entscheiden letztlich die Schwimmmeister, ob sie den Betrieb im geflickten Freibad für sicher halten und freigeben. Daran erinnerte Gerhard Wagenhäuser, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Volkach. Er werde als Bürgermeister – anders als früher – keine Ausnahmen mehr anweisen, falls Mitarbeiter Sicherheitsbedenken hegen sollten, stellte Peter Kornell hierzu klar.

Für einen Dämpfer sorgte noch der Blick aufs große Ganze, auf die Zukunft des Freibads an sich . Denn unabhängig davon, ob eine Not-OP das Bad für dieses Jahr am Leben erhält, steht fest: Auf Dauer geht es so nicht weiter. Dies unterstrich auch Datzer. Technik und Infrastruktur des Bads müssen erneuert werden, und auch der ungeklärte Verlust von berechneten 100 000 Liter Wasser pro Tag, der wohl auch trotz Notreparatur bleiben wird, zwingen zum Handeln. "Glauben wir, dass die Stadt eine Sanierung stemmen kann?", stellte der Bürgermeister die entscheidende Frage und wünscht sich vom Stadtrat noch in diesem Jahr einen grundlegenden Beschluss hierzu.

Bürgermeister bringt neues Finanzierungsmodell ins Spiel

Kornell stellte die Idee eines "Allianzbades" nach dem Vorbild der Stadt Hofheim (Lkr. Haßberge) ins Spiel. Volkach könnte etwa ein Drittel Kosten tragen, die Landkreise Kitzingen, Würzburg und Schweinfurt sowie Umlandgemeinden zwei Drittel, was auch in etwa dem Besucheranteil im Freibad entspräche. "Andernfalls", sagte Kornell, "kann ich dem Stadtrat keine Sanierung empfehlen." Die Stadt habe schon vier Millionen Euro Schulden aufgenommen für die Hallenbad-Sanierung. Würde das Freibad in seiner Größe und Einrichtung bleiben, wie es ist, würde dessen Sanierung geschätzte sechs Millionen Euro kosten.

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