Kitzingen

Frauenbund ruft zu Protest in der Kirche auf

Über 80 Frauen und Männer beim Tag der Diakonie nach Kitzingen
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Frauenbundsfrauen fordern die Öffnung der Weiheämter in der katholischen Kirche für Frauen Foto: Christine Kedem-Lanzl

Über 80 Frauen und Männer beim Tag der Diakonie nach Kitzingen 

Über 80 Menschen folgten der Einladung des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) nach Kitzingen zum Tag der Diakonin. Pfarrer Nikolaus Hegler forderte als Gastredner "die volle Gleichberechtigung von Frauen im patriarchalisch und hierarchisch strukturierten System Kirche", heißt es in einer Mitteilung des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), Diözesanverband Würzburg.

Seit Jahren setzt sich der KDFB für eine Zulassung von Frauen zum Weiheamt der Diakonin ein und veranstaltet jährlich dazu den Tag der Diakonin rund um den Todestag der Hl. Katharina von Siena am 29. April. In diesem Jahr war der Ton deutlich schärfer und die Forderungen der Frauen und Männer, die an der Podiumsdiskussion teilnahmen, klar formuliert. Die Strukturen der Katholischen Kirche müssen überdacht und erneuert werden, denn „entweder wir verändern etwas, oder wir werden uns auflösen“, sagte Pfarrer Hegler.

Die Theologin Dagmar Mensink ist der Meinung, dass nicht nur das Amt der Diakonin für Frauen geöffnet werden sollte, sondern sämtliche Weiheämter in der katholischen Kirche. Dagegen sieht Theologin Anna Krähe vom Lehrstuhl für Kirchenrecht an der Universität in Würzburg keinen Anlass für diese Forderungen, denn „Frauen können auch ohne Weiheamt die eigene Sendung leben und Verantwortung in der Kirche übernehmen“. Sie verteidigte die kirchenrechtliche Position und argumentiert mit dem männlichen Geschlecht Jesus Christus und die fehlende Beauftragung seinerseits von Frauen zum apostolischen Dienst.

Sowohl Wortgottesdienstleiterin Barbara Dill aus Dettelbach (Lkr. Kitzingen), als auch Raphael Ehehalt, Vorstandsmitglied des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend in der Region Main-Spessart, unterstützten allerdings die Forderung nach der vollkommenen Gleichberechtigung von Mann und Frau in der katholischen Kirche und somit auch die Öffnung aller Ämter.

Edeltraud Hann, Diözesanvorsitzende des KDFB, machte sich für eine partnerschaftliche Kirche der Zukunft stark und forderte „das Geschlecht sollte kein Bestimmungsmerkmal sein, um Frauen von einem Weiheamt auszuschließen“. Gemeinsam mit Bildungswerkvorsitzende Edith Werner sieht sie eine Möglichkeit zur Veränderung in der Beteiligung an der Aktion Maria 2.0. Hier wird dazu aufgerufen in der Zeit vom 11. bis 18. Mai 2019 keine Kirche zu betreten und keinen kirchlichen Dienst zu tun, um auf Missstände wie den sexuellen Missbrauch innerhalb der Kirche und den Ausschluss von Frauen bei vielen Entscheidungen und verantwortlichen Positionen innerhalb der kirchlicher Strukturen aufmerksam zu machen.

Beide Vorstandsfrauen rufen ihre Zweigvereine dazu auf, die Aktion zu unterstützen und den Offenen Brief der Aktion an Papst Franziskus und die Synode der Bischöfe an alle Kirchentüren zu hängen. Informationen dazu unter www.mariazweipunktnull.de

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