KITZINGEN

Franken-Systems: Mehr Umsatz durch Umzug

Franken-Systems wächst und wächst. Die Kitzinger Firma hat eine lukrative Marktlücke gefunden – und nun einen neuen Standort. Das Unternehmen wird Kitzingen verlassen.
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So soll der Neubau der Kitzinger Firma Franken-Systems GmbH im Industrie- und Gewerbepark Gollhofen/Ippesheim aussehen. Visualisierung: Architekten Brückner und Brückner, Würzburg Foto: Brückner & Brückner Architekte

Die Franken-Systems GmbH hat sich im Laufe der Jahre von ihren Wurzeln als reiner Farben- und Lackhersteller immer weiter entfernt und wird nun auch die Wurzeln am Standort Kitzingen kappen. Das Unternehmen zieht von Unter- nach Mittelfranken, in den Industrie- und Gewerbepark Gollhofen-Ippesheim.

Wechsel in der Firmenphilosophie

Geschäftsführer Sven Luckert bestätigte auf Anfrage die Verlagerungspläne des Bauchemie-Herstellers und erklärte die Gründe für den Wegzug von Kitzingen. Das 1947 als Lack- und Farbenhersteller Dr. Böttiger gegründete Werk ist 2006 in die Franken-Systems GmbH umgewandelt worden. Damit vollzog sich auch ein Wechsel in der Firmenphilosophie: Mittlerweile hat sich der Betrieb darauf spezialisiert, für Hoch- und Tiefbau ökologische Abdichtungssysteme herzustellen. Einsatzbereiche für die Flüssigkunststoffe aus eigener Produktion sind zum Beispiel Keller, Flachdächer, Balkone und Terrassen.

Europäischer Marktführer

Nach Luckerts Worten hat Franken-Systems für sich eine Nische entdeckt, weil es ökologische Mittel herstelle, die frei von toxischen Verbindungen seien. Deshalb seien die Erzeugnisse aus Kitzingen europaweit gefragt. „Wir sind Europas größter Hersteller von ökologischen Abdichtungssystemen“, betont der Geschäftsführer. „Wir sind so etwas wie die Bio-Ecke im Einkaufsmarkt.“

20 bis 30 Prozent Wachstum

20 bis 30 Prozent Wachstum verzeichnet Franken-Systems in seiner Sparte aktuell. Damit stößt der Betrieb allerdings an die Grenzen seines Grundstücks von etwa 5500 Quadratmetern Größe in der Wörthstraße. In Kitzingen sei der Chemikalienhersteller für seine Erweiterungspläne nicht fündig geworden, erläutert Luckert. Zum einen wollte er raus aus dem Mischgebiet mit vielen Wohngebäuden und hinein in ein reines Industriegebiet in Randlage; zum anderen sollte es autobahnnah sein. Die nötige Fläche ließ sich in der Stadt nicht finden, sagt der Geschäftsführer. Stattdessen wird der Betrieb nun ein Stück weiter südlich, in Mittelfranken, sesshaft. Die Pläne sind fertig; das Unternehmen wartet auf die Baufreigabe. Dazu hat Franken-Systems im Industrie- und Gewerbepark Gollhofen-Ippesheim, kurz GOLLIPP, 17 500 Quadratmeter erworben, an der Bundesstraße 13 und nahe der A 7.

Betriebsfläche verdreifacht

Im ersten Zug will Franken-Systems 3000 Quadratmeter bebauen. Etwa zwei Drittel sind für Produktion und Lager vorgesehen und ein Drittel für Verwaltung, die firmeneigene Forschung und Entwicklung sowie ein Schulungszentrum. Wohin die Reise gehen soll, macht Luckert an aktuellen und künftigen Planzahlen deutlich: Zurzeit produzieren 34 Mitarbeiter rund 1000 Tonnen Material im Jahr. Das neue Grundstück ist für bis zu 80 Mitarbeiter und die Produktion von 6000 Tonnen ausgelegt.

„Wir sind so etwas wie die Bio-Ecke im Einkaufsmarkt.“
Sven Luckert, Geschäftsführer der Franken-Systems GmbH

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