Prichsenstadt

Forstbetriebsplan 2020: Prichsenstadt mit großem Minus

Vor gut einem Jahr hatte der Herbststurm Fabienne in ganz Europa viele Schäden verursacht, auch in den Wäldern. Und auch die Großgemeinde Prichsenstadt war schwer getroffen worden.
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Vor gut einem Jahr hatte der Herbststurm Fabienne in ganz Europa viele Schäden verursacht, auch in den Wäldern. Und auch die Großgemeinde Prichsenstadt war schwer getroffen worden.

Wie groß die Schäden tatsächlich waren, zeigte sich beim Bericht des Försters Hubertus König in der jüngsten Stadtratssitzung. Etwas weniger als 3000 Festmeter mussten im Jahr 2019 geschlagen werden, davon waren sage und schreibe 99 Prozent Sturmschäden. Die Folge: "Wir müssen großflächig schonend neue Bestände aufbauen, und die Holzpreise gehen in den Keller", so der Förster.

16 343 Euro weniger

Gleichwohl hatte er noch rechtzeitig einen relativ guten Preis für den Holzverkauf erzielen können, so dass der Hiebsatz 2019 einen zu erwartenden Gewinn von fast 38 000 Euro bringen wird. Dieser scheinbar satte Gewinn relativiert sich sehr schnell beim Blick auf den Forstbetriebsplan für das Jahr 2020. 62 857 Euro stehen auf der Einnahmeseite, 79 200 Euro auf der Ausgabenseite, macht ein großes Minus von 16 343 Euro.

Das bedeutet natürlich, dass die Kosten für die Ernte die Kosten für den Aufwand nicht decken werden. Vielleicht, so die leise Hoffnung des Försters, steigen die Preise ja bald wieder an. "Aber das ist Kaffeesatzleserei", sagte er, um Spekulationen seitens der Räte gar nicht erst aufkommen zu lassen. Auf eine Lagerung von Holz, um auf bessere Preise zu hoffen, will er sich auch nicht einlassen. "So etwas hat noch nie eine wirkliche Wertsteigerung gebracht", sagte er.

Es muss neu gepflanzt werden

Um wieder auf einen grünen Zweig zu kommen kam der Stadtrat um eine Zustimmung für Neuanpflanzungen nicht herum. "Jetzt geht es um klimaresistente Bäume", so König weiter. Er hatte sich bemüht, Esskastanien für eine Anpflanzung zu bekommen, also klimatolerante Bäume. Doch der Markt für diese Bäume ist leergefegt. Was König mit Zustimmung des Rates besorgen wird sind Weißtannen, die so viel kosten würden wie normale Tannen, nämlich 76 Cent. Mit allen Kosten für die Aufzucht rechnet König mit drei Euro pro Tanne, und er wird nun 600 davon bestellen aus drei verschiedenen Herkunftsregionen: Slowakei, Slowenien und Rumänien. Diesen Tannen kann man aber nicht beim Wachsen zuschauen, weil das wirkliche Ergebnis, so König, "in 40 bis 50 Jahren sichtbar ist".

Letztlich sprach Bürgermeister René Schlehr dem Förster und seinen Mitarbeitern vom Bauhof ein dickes Lob aus. Nach dem Herbststurm Fabienne habe König direkt mit der Aufarbeitung begonnen und den Verkauf in die Wege geleitet. "Alles zusammen zeugt von einem extrem hohen Sachverstand und einem sehr hohen Einsatz für den Wald", so Schlehr. Mit 14:0 stimmte der Rat denn auch sowohl dem Hiebsatz 2019 als auch dem Forstbetriebsplan für das Jahr 2020 zu.

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