Dettelbach
Film

Florian David Fitz: Ein Star zum Anfassen

Sich ausgerechnet in Jesus zu verlieben, der gekommen ist, um das Ende der Welt einzuläuten, kann so manche Probleme bereiten. Florian David Fitz zeigt in seiner Komödie, wie amüsant eine solche Beziehung dennoch werden kann.
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Ein Star zum Anfassen - und zum Verlieben. Simone Krug und Martina Schühlein sind begeistert vom Film und von Florian David Fitz. Fotos: Tom Müller
Ein Star zum Anfassen - und zum Verlieben. Simone Krug und Martina Schühlein sind begeistert vom Film und von Florian David Fitz. Fotos: Tom Müller
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So hätte es Jesus wohl auch gemacht: Noch vor Beginn der Pressekonferenz am 30. Dezember im Dettelbacher Cineworld-Kino zog der zurzeit wohl begehrteste deutsche Schauspieler, Florian David Fitz, den Journalisten kurzerhand den Stuhl unterm Hintern weg. "Im Kreis ist es irgendwie netter". Sprach's, schob die Stühle zu einer Runde zusammen und saß - statt einsam auf einem Podium - mitten unter den versammelten Medienvertretern.
Die Szene ist typisch für einen Mann, dem momentan alles zu gelingen scheint. Bei allem Erfolg, den der 38-Jährige momentan genießt, wirkt er ziemlich bodenständig.

Zum Abheben hätte er allerdings reichlich Grund. Alle seine bisherigen Projekte, darunter der Kinofilm "Vincent will Meer" oder seine Hauptrolle in der TV-Serie "Doctor's Diary" ließen seinen Marktwert steigen. Und sein aktueller Film "Jesus liebt mich", dem der gleichnamige Roman von David Safier zugrunde liegt, schießt gerade in den deutschen Kino-Charts nach oben. In diese Region war bisher lediglich Til Schweiger mit einer Komödie vorgestoßen. Mit Florian David Fitz hat dieser nun mächtig Konkurrenz bekommen.


Multitalent im Kino

Jesus im Kino? Das kann auch aufs Glatteis führten. Mit Jesus scheint Fitz zumindest eines gemein zu haben: Er lässt sich in kein Raster pressen. Er brilliert als Schauspieler, gleichermaßen erfolgreich ist er mit dem Schreiben von Drehbüchern und nun führte er erstmals Regie. "Mir gefällt dieses Spiel aus unterschiedlichen Perspektiven", sagt er. "Ich kann mich kreativ ausleben, das ist doch wunderbar."

In seinem Regiedebüt bringt er den Witz der Romanvorlage hinreißend auf die Leinwand. Er spielt Jeshua aus Galiläa, der in unseren Tagen in die Welt zurückkehrt, um deren Untergang vorzubereiten. Vor dieser Apokalypse verliebt sich allerdings die von Jessica Schwarz glänzend gespielte Marie in den Mann, dessen eigentliche Identität sie erst recht spät entdeckt. Dabei lagen die Zeichen auf der Hand: Jeshua kann Rollstuhlfahrer wieder gehend machen, er verwandelt Wasser in Wein, lädt Bettler in italienische Restaurants und wäscht ihnen die Füße. Bis zum Weltuntergang bleiben Marie nur ein paar Tage. Und dann mischt auch noch der Teufel mit ...


Glaube ergibt Sinn

Ob er religiös ist, wollten die Zuschauer im Kinosaal wissen. "Ich trenne gewissermaßen zwischen Verpackung und Inhalt", sagt Fitz, der vor Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten ist. "Ich kann mich mit der Botschaft Jesu identifizieren", gesteht er, "und wollte im Film der Frage nachgehen, was denn aus ihr geworden ist". Durch den Film habe er sich religiösen Fragen aber wieder angenähert. "Der Glaube will die Angst vor dem Sterben nehmen, dem Leben einen Sinn geben und ein Regelwerk schaffen, wie das gelingen kann", erklärt er. "Dagegen kann man doch nichts sagen."


Glaubhafter Jesus

Fitz macht aus Jesus in seinem Film auch keine Witzfigur, ganz im Gegenteil. Er interpretiert ihn zwar etwas weltfremd, aber sehr sensibel und in vielen Momenten geradezu glaubhaft. "Jesus liebt mich" ist eine mit wunderbaren Schauspielern besetzte Komödie, die mit zunehmender Dauer immer mehr Tiefgang gewinnt.

"Man denkt über Vieles nach, während man da im Kinosessel sitzt", resümiert anschließend Simone Krug aus Rödelsee, "gleichzeitig gibt es viel zu lachen". Mit ihrer Freundin Martina Schühlein aus Schlüsselfeld ist sie zur Filmpräsentation gekommen. "Das Buch ist großartig umgesetzt worden", sind sich die beiden sicher. "Und der Hauptdarsteller ist einfach umwerfend".

Dieser genoss sichtlich sein Bad in der Menge, wo er doch schon wieder im Auto nach München hätte sitzen müssen. Dort wartete ein weiteres voll besetztes Kino auf das Allround-Talent. Danach hatte Florian David Fitz dann doch das Abheben im Sinn. "Ich verbringe Silvester im Flieger nach Südostasien", berichtet er und entschwindet dann doch fast so schnell wie Jeshua im Kinofilm.

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