DETTELBACH

Fließende Wellen für die Ewigkeit

Die Bildhauer auf der Mainlände in Dettelbach sind nach gut vier Wochen harter Arbeit auf die Zielgerade eingebogen. Drei Frauen und drei Männer aus sechs Ländern haben ihre Muschelkalk-Riesen ins Fließen gebracht – ein Blickfang für jeden Betrachter. Am Samstagnachmittag um 15 Uhr findet zum Abschluss des Symposiums die Vernissage mit ihren Steinskulpturen statt. Dabei werden auch die Werke der kleinen Künstler gezeigt, die an den Workshops teilnahmen. „Ich freue mich schon sehr auf das Abschlussfest“, sagte die Bildhauerin Nadja Iseli am Dienstag. Zum letzten Mal haben wir die Schweizerin in ihrer Werkstatt unter freiem Himmel besucht.
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Welle für Welle: Bildhauerin Nadja Iseli ist sich bewusst, dass die Oberfläche ihrer Muschelkalkskulptur im Laufe der Zeit wieder erblassen wird. Für die Vernissage und die kommenden Wochen hat sie den Stein mit viel Ausdauer auf Hochglanz gebracht. Foto: Foto: Peter Pfannes

Die Bildhauer auf der Mainlände in Dettelbach sind nach gut vier Wochen harter Arbeit auf die Zielgerade eingebogen. Drei Frauen und drei Männer aus sechs Ländern haben ihre Muschelkalk-Riesen ins Fließen gebracht – ein Blickfang für jeden Betrachter. Am Samstagnachmittag um 15 Uhr findet zum Abschluss des Symposiums die Vernissage mit ihren Steinskulpturen statt. Dabei werden auch die Werke der kleinen Künstler gezeigt, die an den Workshops teilnahmen. „Ich freue mich schon sehr auf das Abschlussfest“, sagte die Bildhauerin Nadja Iseli am Dienstag. Zum letzten Mal haben wir die Schweizerin in ihrer Werkstatt unter freiem Himmel besucht.

Kein Anfang und kein Ende

„Ich habe mir die Zeit gut eingeteilt und fühle mich prima“, beschreibt sie ihre momentane Stimmungslage. Mit schleifen, schleifen und noch mal schleifen hat sie die Oberfläche ihres Steins auf Hochglanz gebracht. „Ich habe mir die letzten Tage aber auch einige Pausen gegönnt“, erzählt die 59-Jährige mit einem strahlenden Gesicht. Lange vor dem Symposium hat sie sich mit dem Thema „Panta Rhei“ auseinandergesetzt. „Alles fließt“ sei ein tiefphilosophischer Gedanke, an dem sie sich im übertragenen Sinne orientierte. „Alles fließt heißt, es gibt keinen Anfang und kein Ende, es kommt und geht, es wächst und stirbt.“ Man könne immer wieder in einen Fluss steigen und es komme immer wieder anderes Wasser, erklärt Iseli den Grundgedanken für ihre Arbeit.

Ihr Stein trägt eine nicht wirkliche, fließende Wellenform, die in dieser Art in der Natur nicht vorkommt. „Das ist meine künstlerische Freiheit und meine Interpretation.“ Deutlich erkennt der Betrachter das Fließende. Iseli hat dem Muschelkalk seine Erinnerung zurückgegeben: „Er entstand ja aus dem Meer, aus dem Fließenden.“

Spannend und bereichernd

Wenn Die Bildhauerin den vergangenen Monat Revue passieren lässt, dann fällt ihr spontan der verregnete Auftakt des Symposiums ein. „Die ersten drei Tage waren kalt und es hat geregnet. Das war ein Tiefpunkt. Ich hatte schon Bedenken, dass das fünf Wochen so bleibt.“ Zum Glück zeigte sich dann die Sonne. Besonders gefiel ihr das gute Miteinander mit den Bildhauer-Kollegen. „Wenn wir abends zusammensaßen, konnten wir uns mit den Sichtweisen der anderen Bildhauer auseinandersetzen und sehen, wie verschiedene Generationen heute in der zeitgenössischen Bildhauerei mit Stein arbeiten.“ Sie lobte Organisator Roger Bischoff, der eine gute Gruppe mit drei Frauen und drei Männern zusammengestellt habe. „Das Zusammensein war für mich immer sehr spannend und bereichernd.“

Das Abschlussfest des Bildhauersymposiums findet am Samstag, 28. Juni, ab 15 Uhr auf der Mainlände in Dettelbach statt. Die Ausstellung der Kunstwerke wird von einer Theateraufführung von Schülern und einigen Festansprachen begleitet. Ab 19 Uhr steigt das Johannisfeuer des TV Dettelbach.

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