IPHOFEN

Fledermäuse verzögern die Sanierung

Weil im Dachstuhl geschützte Tierarten entdeckt wurden, zieht sich die Renovierung des Iphöfer Pfarrhauses hin. Zudem wird das Projekt deutlich teurer als erwartet.
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Fledermäuse (hier ein Symbolbild) wurden nun auch im Dachstuhl des Katholischen Pfarrhauses in Iphofen entdeckt. Foto: FOTO Archiv

Das Iphöfer Pfarrhaus steht vor einer Sanierung. Mit einer halben Million Euro rechnet die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes vis-a-vis der stattlichen St.-Veit-Kirche in der Pfarrgasse. Doch nicht die Kosten sind derzeit das größte Hindernis, sondern Fledermäuse, die sich im Dachstuhl einquartiert haben. Aus Rücksicht auf die vom Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Tiere können die Sanierungsarbeiten frühestens im Oktober beginnen.

Wie Bürgermeister Josef Mend im Stadtrat mitteilte, sind im maroden Dachstuhl zwei Arten von Fledermäusen in geringen Beständen ansässig, wie der Fledermausbeauftragten des Landkreises festgestellt hat. Ein Bausachverständiger ist bei seinem Rundgang durch das Dach auf ein deutlich größeres Schadbild gestoßen als angenommen. Laut Mend sind nicht nur die meisten der Biberschwanzziegeln beschädigt, sondern auch weite Teile der Lattung und der Sparren. Von „zahlreichen Fäulnisschäden im Bereich der Kehlen und Pfetten“ ist im Schadensbericht von Diplomingenieur Matthias Wieser (Sommerhausen) die Rede.

Nur die Fassade und die Fenster zu erneuern, wie noch Ende vorigen Jahres geplant war, hätte die Stadt etwa 200 000 Euro gekostet, nun hat sich diese Summe mehr als verdoppelt. Doch laut Mend gibt es „keine Alternative zu der umfassenden Sanierung“. Immerhin darf die Stadt mit Zuschüssen rechnen. In welcher Höhe, steht noch nicht fest. Restauriert werden soll auch die Hausfigur mit Blechbaldachin. Das als Baudenkmal eingestufte Pfarrhaus mit seinem markanten Fachwerkobergeschoss und Mansarddach stammt nach Angaben Wiesers aus dem Jahr 1732.

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