Mit Kind und Kegel nahmen etwa 30 Personen an der Aktion am Oberen Markt in Würzburg teil, die bei den Passanten für einige Aufmerksamkeit sorgte. Die Aktion fand bundesweit in rund 50 Städten statt. Auch der Zeitpunkt 11:55 Uhr wurde wegen seiner Symbolik gewählt: „Dabei ist es eigentlich nicht mehr fünf vor zwölf, sondern schon fünf nach zwölf“, sagte eine Teilnehmerin.

In einem fünfseitigen Positionspapier erläutert das „Sozialpolitische Forum“ von Caritas, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt, Bayerisches Rotes Kreuz und Paritätischem Wohlfahrtsverband die Hintergründe: Laut Bundesagentur für Arbeit sind derzeit 14 000 Stellen in der Pflege nicht besetzt, die Anzahl wird aufgrund des demografischen Wandels weiter zunehmen.

Offene Stellen in der ambulanten und stationären Pflege können derzeit erst nach durchschnittlich vier Monaten wieder besetzt werden, was zu einer immer stärkeren Belastung der Beschäftigten führt. Teilweise melden die Einrichtungen ihre offenen Stellen gar nicht mehr. Daher sind die Wohlfahrtsverbände davon überzeugt, "dass der akute Bedarf an Fachkräften um ein Vielfaches höher ist."


Flashmob die Zweite in Kitzingen


Erneut machten sich am Samstag, kurz vor 12 Uhr, auch 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Kitzinger Marktplatz breit. Mit ihrer spontanen Kundgebung, zu dem über das soziale Netzwerk Facebook aufgerufen worden war, machten die Pflegekräfte bereits zum 2. Mal in Kitzingen auf den drohenden Pflegenotstand aufmerksam.

Auch sie legten sich rund zehn Minuten auf Decken und Iso-Matten auf das Pflaster. Sie kritisieren die teilweise miserablen Arbeitsbedingungen, Überlastung und die fehlende Anerkennung ihrer Arbeit. Beteiligt hatten sich Mitarbeiter privater Pflegedienste, des BRK, der AWO, der Caritas, Diakonie und der Klinik Kitzinger Land.

Die Spontandemonstration stieß, wie bereits am Samstag 19. Oktober, bei Passanten auf breite Zustimmung und vereinzelt gab es sogar Beifall. Mitorganisator Markus Opel zeigte sich mit der Teilnehmerzahl zufrieden. Er kündigte an, dass diese Demonstration nicht die Letzte gewesen sein soll.

Das vollständige Positionspapier lesen Sie hier...